Historisches Kreuzberg : Wiener Straße

Die ehemalige "Verlängerte Oranienstraße" bekam am 09. Oktober 1873 zu Ehren der Österreicher den Namen ihrer Hauptstadt.

Die Namensgebung erfolgte mit Bezug auf den nahen Görlitzer Bahnhof, von dem die ersten Züge nach Wien fuhren. 1987 wurden zwei Teilflächen der Wiener Straße für die Erholungsanlage Görlitzer Park eingezogen.

Wien, Bundeshauptstadt und Bundesland Österreichs, liegt an der Donau und ist in 23 Gemeindebezirke gegliedert. Heute ist es politisches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum Österreichs mit Sitz der Bundesregierung und des Parlaments. Die Wiener Universität wurde 1365 gestiftet und ist eine der ältesten deutschsprachigen Einrichtungen. Wien geht auf eine keltische Siedlung und ein römisches Militärlager (Vindobona) zurück. Die Siedlung entwickelte sich bis ins 11. Jahrhundert vor allem wegen des Hafens zum wichtigen Handelsplatz.

Zugleich wuchsen Burganlage und Kaufmannssiedlung zu einer städtischen Siedlung zusammen. Seit 1221 Stadt, stand es bis 1246 unter Babenberger Herrschaft, danach unter der Herrschaft der Habsburger. Wien wurde Residenzstadt des Heiligen Römischen Reiches. Den mehrmaligen Belagerungen der Türken (1529-1683) hielt die Stadt stand. Danach folgte ein glanzvoller Aufstieg Wiens zur Kaiserresidenz und zum europäischen Kulturzentrum. In den Jahren 1814/15 fand hier der Wiener Kongreß statt.

Wien ist Sitz von Börse, Großbanken, Sparkassen, Großhandelsgesellschaften und einer vielfältigen Industrie (Nahrungs- und Genußmittel-, Elektro-, Textil-, chemische Industrie u. a.); Kongress- und Messestadt, Sitz der UN-Sonderorganisation für industrielle Entwicklung, der OPEC, der Internationalen Atomenergie-Organisation und Zentrum des Fremdenverkehrs. In Wien leben 1,610 Millionen Einwohner (1997), es ist 414,95 km² groß.

Gedenktafeln

Am 21.8.1947 kehrten 295 Menschen aus ihrem Exil in Shanghai zurück. Sie kamen auf dem Görlitzer Bahnhof in Kreuzberg an. Anlässlich ihres Gedenken wurden gleich zwei Gedenktafeln in die Wiener Straße integriert. Sie waren ab 1933 vor der rassistischen Politik geflohen. Damals war es noch insgesamt 18.000 österreichischen und deutschen Juden gelungen, aus dem faschistischen Machtbereich zu fliehen. Viele fanden in den USA, Australien bzw. Palästina Aufnahme. Ungefähr 2.000 Emigranten gingen nach China und entkamen so ihrer drohenden Vernichtung.

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