Historisches Kreuzberg : Yorckstraße

Heute liegt die ehemalige Gürtelstraße zwischen Kreuzberg (Nr. 1-35, 42, 58-90) und Schöneberg (Nr. 38-41, 43-57) und heißt seit 31.10.1864 Yorckstraße.

Die Yorckstraße in Berlin Kreuzberg. Straßenszenen Ecke Mehringdamm. Im Hintergrund die St. Bonifatius-Kirche.
Die Yorckstraße in Berlin Kreuzberg. Straßenszenen Ecke Mehringdamm. Im Hintergrund die St. Bonifatius-Kirche.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Als 13jähriger trat Yorck von Wartenburg, Johann David Ludwig Graf (auch York, Jork) im Rang eines Junkers in ein preußisches Infanterieregiment ein, 1777 wurde er zum Secondeleutnant befördert. 1779 wegen Ungehorsams mit Festungshaft bestraft und aus der Armee entlassen, trat er 1781 in niederländische Dienste. 1783/84 nahm er als Kapitän an Feldzügen in Indien teil. Seit 1786 diente er wieder im preußischen Heer, zunächst als Kapitän, 1792 als Major, 1800 als Oberstleutnant und 1803 als Oberst.

Er war anfangs ein Gegner preußischer Reformen. Seit 1807 Generalmajor, wurde Yorck 1811 als Gouverneur von Ost- und Westpreußen eingesetzt. In der "Großen Armee" Napoleons I. befehligte er im Rußlandfeldzug 1812 dessen preußisches Hilfskorps und schloß auf eigene Verantwortung mit Rußland am 30.12.1812 die Konvention von Tauroggen, mit der er das preußische Korps neutralisierte und den Abfall Preußens von Napoleon einleitete. In den Befreiungskriegen 1813-1815 führte Yorck ein Korps und war an den Schlachten an der Katzbach und bei Leipzig maßgeblich beteiligt. Bei Wartenburg erzwang er am 3.10.1813 den Elbübergang. 1814 erhielt er daher den Titel Graf Yorck von Wartenburg. 1815 nahm er nach der Beförderung zum Generalfeldmarschall seinen Abschied.

Die Benennung beruht auf einem königlichen Erlaß vom 9. Juli und einer Kabinettsorder vom 31. Oktober 1864, die die Gürtelstraße in Straßen und Plätze zur Erinnerung an Schlachten bzw. Militärführer der Befreiungskriege benannten. Die Yorckstraße, bis 1909 Yorkstraße geschrieben, gehörte zur sogenannten Gürtelstraße des Hobrechtschen Bebauungsplanes. Der dann als Generalszug charakterisierte Straßenzug sollte sich geradlinig von der Bülowstraße in Richtung Horn- und Yorckstraße fortsetzen. Der Verlauf der Yorckstraße war bei ihrer Benennung zwischen Belle-Alliance-Straße und ihrem folgenden "3. Platz", des der Potsdamer Straße nächstgelegenen Platzes, vorgesehen. Der geplante Straßenzug mußte wegen der Gleisanlage von Potsdamer und Anhalter Bahn nach Süden verlegt werden, er bog an der Bülowstraße in einem Knick ab. An der Bülowstraße entstand nun der dreieckige Dennewitzplatz. Die Yorckstraße wurde erst 1882 unter Bahngleisen hindurchgeführt, in jener Zeit, um 1885, wurde auch die Blücherstraße, von der Mansteinstraße zur Katzbachstraße führend, in die Yorckstraße einbezogen.

Weitere Informationen unter http://berlin.kauperts.de/.