Manteuffelstraße : Heute haben die Besetzer ein Codeschloss

Vor rund 30 Jahren begannen die Hausbesetzungen. Nach 20 Jahren, also 2001 lebt die Gemeinschaft in der Kreuzberger Manteuffelstraße noch.

Vier Stellen hat der Code. Annegret bittet, wegzusehen. Durch das Fenster im Hausflur schweift der Blick in den Hinterhof. Ein Fenster ist mit gelb-schwarzen Borussia- Dortmund-Fahnen geschmückt. Hinter einem Vorhang flackert der Fernseher. Die gläserne Tür öffnet sich mit einem kurzen Summen zum Treppenhaus. Ein ordentliches Treppenhaus. Die Wände sind geweißt, vor den Türen liegen Fußabstreifer. Nicht einmal Kinder schreien. Höflich bittet die 42-jährige Frau hinein: In eine Welt, die einmal der „Abenteuerspielplatz der Republik" genannt wurde. Das Haus Manteuffelstraße 40/41 steht in Kreuzberg. Vor 20 Jahren war der Bezirk das Epizentrum eines Bebens, das die Stadt erschütterte. 1981 erreichten die Hausbesetzungen ihren Höhepunkt. Im Mai zählte der Senat 167 besetzte Häuser. „Instandbesetzen statt Kaputtbesitzen" war die Losung. Immobilienspekulanten das Feindbild der Hausbesetzer. Sie träumten von einer neuen, solidarischen Lebensform. Die Bewohner der Manteuffelstraße wollten demonstrieren, wie behutsame und ökologische Sanierung von Altbauten im Einklang mit Mieterinteressen funktionieren kann. 1983 wurde das wilde Wohnen legalisiert. Dann kam der Alltag. Noch heute ist die Manteuffelstraße 40/41 unter dem Dach einer Genossenschaft in Selbstverwaltung. Im Plenum oder beim Essen diskutieren die Bewohner ihre Belange.

Das Herzstück der Hausgemeinschaft ist die Gemeinschaftsetage.
Der ganze Artikel in der Zeitungsansicht des ehemaligen Tagespiegelblatts.