Mariannenplatz : Fontane und Lehmann

Zwei Gedenktafeln stechen unter den vielen kleinen Erinnerungen auf dem Mariannenplatz hervor. Fontane und Lehmann werden hier geehrt.

Die erste Gedenktafel wurde aus Anlass des 80. Todestages Theodor Fontanes nahe dem Bethanien- Krankenhaus eingeweiht, das am 10.10.1847 am Mariannenplatz 1-2 der Öffentlichkeit übergeben wurde. Der Schriftsteller wohnte dort einige Zeit, während er 1848 an der Diakonissen-Anstalt Bethanien als Apotheker tätig war. Eine Gedenktafel erinnert in Mitte in der Apotheke Friedrichstraße 154 an Fontane. Eine weitere Gedenktafel ehrt in Tiergarten, Alte Potsdamer Straße Ecke/ Eichendorffstraße, Fontane. Der Schriftsteller hatte dort von 1872 bis zu seinem Tod gewohnt. 1935 wurde an der Staatsbibliothek, Unter den Linden, das Fontane-Archiv gegründet, das seit 1950 weiter ausgebaut wurde.  

Die Versalien des Vor- und Familiennamens Wilhelm Lehmanns sind hervorgehoben. Am 9.5.1989 hatten Schüler eine aus Pappe gebastelte Gedenktafel, die an Wilhelm Lehmann erinnerte, am Bethanien angebracht. Die oben zitierte Gedenktafel wurde im Frühjahr 1990 eingeweiht. Ungefähr zwei Drittel der Metallfläche werden von einer bildlichen Darstellung von zwei Gesichtern und mehreren Händen ausgefüllt. Der Rentner W. Lehmann – Mitglied der verbotenen SPD – hatte u. a. die Losung „Hitler, du Massenmörder musst ermordet werden, dann ist der Krieg zu Ende“ geschrieben. Am 28.10.1942 wurde er verraten und am 8.3.1943 vom „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt. Er wurde am 10.5.1943 in Plötzensee ermordet.

Inschriften:

THEODOR FONTANE /

1819-1898 /

DER DICHTER LEBTE IN /

DIESEM ÄRZTEWOHNHEIM /

ALS APOTHER IN DEN /

JAHREN 1848-1849 /

WILHELM LEHMANN 1869-1943 /

SCHRIEB HIER AM MARIANNENPLATZ PAROLEN /

GEGEN HITLER UND DEN KRIEG AN DIE INNENWAND /

EINES TOILETTENHÄUSCHENS (sic!)

ER WURDE DENUNZIERT UND VON DEN NATIONALSOZIALISTEN ERMORDET