Oranienstraße : St. Jakobi Kirche im Jahr 1973

Die Basilika an der Oranienstraße im historischen Wandel von 1844 bis 1973.

Die wesentlich auf Anregungen Lennes zurückgehende Anlage der Luisenstadt (Teil des heutigen Bezirks Kreuzberg) ist in jüngster Zeit — nicht zuletzt durch die Auseinandersetzungen um die Führung als überflüssig empfundener Autobahnstraßen — stärker ins Bewußtsein der Öffentlichkeit getreten. Die Stadtbewohner sind historischen stadtbaukünstlerischen Leistungen gegenüber aufgeschlossener als noch vor wenigen Jahren.

Die Jakobikirche wurde in den Jahren 1844 bis 1845 als erste Tochterkirche der-' Luisenstadtgemeinde auf dem „Köpenicker Felde" errichtet. Architekt war August Stüler, der eine schlichte Backsteinbasilika schuf, einen Kirchentyp, den König Friedrich Wilhelm IV. besonders schätzte. „Der Thüringer Stüler", so schreibt Paul Weiglin in seinem Buch über das „Berliner Biedermeier", „war sehr gewandt, auf des Königs Einfälle einzugehen und sie praktisch umzugestalten. Er hatte Sinn für Schönheit und Würde."

Ähnlich der Moabiter St.-Johannes-Kirche erhielt die Kirche einen abseits stehenden Glockenturm und ein von Säulenhallen dreiseitig umschlossenes Atrium, in dessen Mitte eine Sandstein-Statue des Apostels Jakobus von Professor Hoptgarlen gestellt wurde. Diese Statue war ein Geschenk des Königs, der auch in anderer Weise den Bau finanziell förderte.

Der ganze Artikel in der Zeitungsansicht des ehemaligen Tagespiegelblatts.