Hochschulpakt : Perspektive für Studenten

Es soll zusätzliche Studienplätze geben. Das sieht der von Bund und Ländern getragene Hochschulpakt vor, der heute von den Ministerpräsidenten verabschiedet wurde.

BerlinDer von Bund und Ländern getragene Hochschulpakt zur Schaffung zusätzlicher Studienplätze kann starten. Die Ministerpräsidenten der Länder stimmten in Berlin endgültig einer entsprechenden Vereinbarung zu. Ziel ist es, bis 2010 etwa 90.000 zusätzliche Studienanfänger aufzunehmen. Der Bund stellt dafür 565 Millionen Euro zur Verfügung. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) bezeichnete den Pakt als "ein zentrales Element der gemeinsamen Anstrengungen von Bund und Ländern, um die Hochschulen für die Herausforderungen der Zukunft zu rüsten." Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte das Programm als unzureichend.

Der Hochschulpakt sei ein wichtiges Signal an die junge Generation, sich für ein Studium zu entscheiden, erklärte Schavan. Die Förderung soll nun ab dem Wintersemester 2007/2008 greifen, nachdem sich Bund und Länder bereits Ende vergangenen Jahres auf die Grundzüge des Programms geeinigt hatten. Strittig war lange die Verteilung der Gelder. Nach der jetzt getroffenen Vereinbarung werden die westdeutschen Flächenländer beim Aufbau von Studienplätzen unterstützt. Die neuen Länder und die Stadtstaaten erhalten dagegen Pauschalen, wenn sie ihre Studienanfängerzahlen beibehalten. Die Mittel werden als Vorauszahlungen gewährt; im Jahr 2011 wird auf der Basis der tatsächlich aufgenommenen zusätzlichen Studienanfänger abgerechnet.

Zweiter Hochschulpakt gefordert

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte weitere Anstrengungen. Bund und Länder müssten sich schleunigst wieder an einen Tisch setzen und über einen zweiten Hochschulpakt verhandeln, erklärte GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller. Der jetzige Pakt sei "sträflich unterfinanziert". Die Hochschulen bräuchten bis 2020 jährlich rund 2,3 Milliarden Euro mehr Geld. Die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Ingrid Sehrbrock, forderte Bund und Länder auf, möglichst schnell konkrete Vereinbarungen zur Finanzierung des Hochschulpaktes über 2010 hinaus zu treffen.

Der Bund stellt zudem laut Bundesbildungsministerium für die Forschung an Hochschulen zusätzlich 700 Millionen Euro zur Verfügung. Die Gelder sollen als Programmpauschalen für Forschungsvorhaben gewährt werden, die sich im Wettbewerb um Fördermittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) durchsetzen. Diese Pauschalen belaufen sich auf 20 Prozent der Fördersumme. (mit AFP)