Hollywood-Streik : Brad Pitt lässt Blockbuster fallen

Der seit mehr als zwei Wochen laufende Streik der Hollywood-Autoren schmerzt jetzt auch die ersten Studios in Europa. Projekte wie die Dan-Brown-Verfilmung "Illuminati" oder die Fortsetzung des Blockbusters "Da Vinci Code" verschieben sich.

New YorkDas britische Filmstudio Pinewood Shepperton teilte mit, es habe eine "größere Filmproduktion" stoppen müssen, weil das Drehbuch nicht fertig ist. Das Unternehmen, das als Europas führendes Filmstudio gilt, rechnet dadurch mit drei Millionen Pfund (rund 4,17 Mio Euro) weniger Umsatz im kommenden Jahr.

Brad Pitt schmeisst hin

Betroffen vom Arbeitskampf der Drehbuchautoren ist auch der Filmstar Brad Pitt. Der 43-Jährige stieg nur wenige Tage vor Drehbeginn aus dem Politthriller "State of Play" aus, weil er mit dem Drehbuch nicht zufrieden ist. Das Skript konnte wegen des Streiks aber nicht rechtzeitig umgeschrieben werden. Wie der "Hollywood Reporter" berichtete, sind als Pitt-Nachfolger Johnny Depp oder Russell Crowe im Gespräch. Die Dreharbeiten zu dem Thriller sollten noch im November beginnen.

Insgesamt kostet der Hollywood-Streik Schätzungen zufolge gut 21 Millionen Dollar pro Tag. Die Drehbuchschreiber kämpfen um eine bessere Vergütung für die Weiterverwertung ihrer Arbeiten im Internet und auf DVDs. Die Hoffnungen richten sich jetzt auf die für kommenden Montag angesetzte neue Verhandlungsrunde.

Theater werden weiter bestreikt

Keine Bewegung gibt es bisher beim Streik der Bühnenarbeiter am Broadway in New York. Ein Theaterunternehmen hat die Gewerkschaft auf 35 Millionen Dollar (gut 23 Millionen Euro) Schadenersatz verklagt. Die Firma, der 9 der 27 bestreikten Theater gehören, macht laut "New York Times" in ihrer Beschwerde geltend, sie habe einen Sondervertrag für ihr technisches Personal und sei deshalb zu Unrecht von dem Arbeitskampf betroffen. Der Klage haben sich auch sieben Produzenten angeschlossen, die unter anderem für Dauerbrenner wie "Hairspray" und "Der König der Löwen" verantwortlich sind.

Am Broadway, der größten Theatermeile der Welt, wehren sich die Bühnenarbeiter gegen eine Aufweichung ihrer Arbeitsschutzregeln. Obwohl mit dem amerikanischen Erntedankfest Thanksgiving die sonst besonders lukrative Weihnachtssaison begann, blieb bei mehr als zwei Dutzend großen Shows das Licht weiter aus. (mit dpa)