Der Tagesspiegel : Hotel Schloss Boitzenburg muss Insolvenz anmelden

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Boitzenburg – Das Kinder und Familienschloss Schloss Boitzenburg in der Uckermark hat die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das teilte das Amtsgericht Neuruppin am Donnerstag mit. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter sei bestellt und mit einem Gutachten beauftragt worden, sagte ein Gerichtssprecher.

Dem Bericht zufolge hat das Unternehmen 1,8 Millionen Euro nicht an das Finanzamt, sondern an die Magdeburger Baufirma überwiesen, die das im Neorenaissance-Stil gebaute Schloss in den vergangenen Jahren saniert und umgebaut hat. Nach Darstellung des geschäftsführenden Gesellschafters der Schloss Boitzenburg KG, Oliver Erbacher, hat das Verfahren nichts mit der Wirtschaftlichkeit des Betriebes zu tun. „Die Geschäfte laufen sehr erfolgreich.“ Im Vergleich zu diesem Jahr lägen für 2005 bereits 30 Prozent mehr Buchungen vor.

Bei dem überwiesenen Betrag handele es sich um die so genannte Bauabzugssteuer, erklärte Erbacher. Laut Gesetz müsse der Bauherr 85 Prozent der Rechnungen an die Baufirma und 15 Prozent an das Finanzamt zahlen, sofern dafür kein Freistellungsantrag vorliege. Zwar habe es einen Freistellungsantrag gegeben, dieser sei aber nicht fristgerecht verlängert worden. „Der Fehler ist erst Ende 2003 bemerkt worden.“ Das Finanzamt bestehe auf dem Geld. Um die Arbeitsplätze zu halten, musste laut Erbacher der Insolvenzantrag gestellt werden. In dem Hotel mit 85 Zimmern und Restaurant arbeiten über 100 Beschäftigte. dpa

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