Hubschraubereinsatz gegen Eichenprozessionsspinner : Kinder in Brandenburg mit Gift eingenebelt

Beim Hubschraubereinsatz gegen den Eichenprozessionsspinner in Brandenburg sind offenbar Kinder auf einem Spielplatz mit Gift eingenebelt worden. Es gilt zwar als relativ gesundheitsschonend, Umweltverbände warnen aber dennoch vor seinem Einsatz.

Mit Hubschraubern und Gift wird gegen den Raupenprozessionsspinner vorgegangen.
Mit Hubschraubern und Gift wird gegen den Raupenprozessionsspinner vorgegangen.Foto: dpa

Auf einem Kita-Spielplatz in Brandenburg an der Havel sind etwa 50 Kinder bei einem Hubschraubereinsatz gegen den Eichenprozessionsspinner mit dem Insektengift Dipel ES eingenebelt worden. Die für den Einsatz zuständige Oberförsterei Lehnin räumte gegenüber der „Märkischen Allgemeinen“ vom Samstag ein, dass „Reste vom Abtrift“ des Giftes die Kita getroffen haben könnten. Der Vorfall ereignete sich demnach bereits am Donnerstag.
Eltern betroffener Kinder hatten sich anschließend nach Angaben der Zeitung beschwert.

Gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners, dessen Gift starke Hautreizungen auslösen kann, wird derzeit in mehreren Bundesländern von Hubschraubern aus mit dem Gift Dipel ES vorgegangen. Dabei hat es bereits wiederholt Zwischenfälle gegeben. Im nordrhein-westfälischen Dorsten besprühte ein Helikopter irrtümlich 200 Schüler einer Grundschule, offenbar weil der Schule ein falscher Termin für den Einsatz genannt worden war.

Das Gift Dipel ES gilt verglichen mit anderen Insektenvernichtungsmitteln als relativ gesundheits- und naturschonend. Umweltschützer warnen gleichwohl vor den großflächigen Sprüheinsätzen, weil dies auch andere Tierarten wie Schmetterlingslarven oder brütende Vögel schädigen könne. So lehnten in Brandenburg beispielsweise die Umweltverbände BUND und Nabu die Hubschraubereinsätze ab. Als Alternative können Nester des Eichenprozessionsspinners auch abgesaugt werden, was aber aufwändiger ist. (AFP)

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