Hypothekenkrise : US-Notenbank will Märkte schützen

Die US-Notenbank will nach den Worten ihres Chefs Ben Bernanke alle notwendigen Schritte unternehmen, um schädliche Auswirkungen der US-Hypothekenkrise auf das Wirtschaftswachstum abzuwenden.

Ben Bernanke Foto: AFP
US-Notenbankchef Ben Bernanke. -Foto: AFP

Washington/Jackson HoleFalls es notwendig werde, sei die Notenbank zu zusätzlichen Maßnahmen bereit, um die Liquidität und ein ordentliches Funktionieren der Märkte abzusichern, sagte Bernanke während einer Rede in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming.

Der Notenbankchef stellte jedoch klar, dass es nicht die Aufgabe der Notenbank sei, Finanzinstitute und Investoren vor den Konsequenzen ihrer finanziellen Entscheidungen zu schützen. Allerdings räumte er ein, dass die Entwicklungen auf den Finanzmärkten breite ökonomische Auswirkungen haben könnten und die Notenbank diese Entwicklung bei ihren Entscheidungen berücksichtigen müsse. Aus Sicht von Bernanke wird sich die Krise auf dem US-Hypotheken und Immobilienmarkt noch weit in das kommende Jahr hereinziehen.

Erste Finanzkrise in Bernankes Amtszeit

Die erste Rede von Bernanke nach Ausbruch der Hypothekenkrise war mit großer Spannung erwartet worden. Anleger erhofften sich Hinweise, ob die Notenbank angesichts der Krise am Hypotheken- und Immobilienmarkt die seit mehr als einem Jahr bei 5,25 Prozent liegenden Leitzinsen senken könnte und wie Bernanke der ersten Finanzkrise in seiner Amtszeit begegnet.

US-Präsident George W. Bush wollte nach Angaben aus dem Weißen Haus am Freitag ein Hilfspaket für Hypthekenschuldner bekannt geben. Von dem Maßnahmebündel aus Steuererleichterungen und Bundesabsicherung von Hypotheken könnten bis zu 80.000 Hauseigentümer profitieren.

Deutlicher Prämienanstieg bei US-Hausbesitzern

Nach Informationen der "Washington Post" müssen rund zwei Millionen Hausbesitzer in den kommenden beiden Jahren mit einem deutlichen Anstieg ihrer Prämien rechnen, weil ihre Hypotheken zu riskant seien. Die Krise am Hypotheken- und Immobilienmarkt ist durch Zahlungsausfälle von Kunden mit schlechter Bonität ausgelöst worden.

Die US-Notenbank hatte vor zwei Wochen erstmals auf die die drohenden Gefahren der US-Hypothekenkrise für das Wirtschaftswachstum reagiert und den Diskontsatz gesenkt. Das war ein wichtiger Schritt zur Erleichterung der Bankenrefinanzierung, die im Zuge der Krise praktisch zum Erliegen gekommen war. Die Zinsaktion war auf den US-Finanzmärkten als klarer Beweis gewertet worden, dass die amerikanischen Währungshüter unter Notenbankchef einer Eskalation der Finanzmarktkrise mit allen Mitteln begegnen wollten. Die US-Notenbank trifft sich zu ihrer nächsten ordentlichen Sitzung am 18. September, bei der sie über eine Senkung des Leitzinses beraten wird. (mit dpa)