Ifo-Geschäftsklimaindex : Laune der deutschen Wirtschaft sinkt

Die hohen Ölpreise und der starke Euro haben der deutschen Wirtschaft einen Dämpfer verpasst. Der Aufschwung sei aber dadurch nicht in Gefahr, so der Ifo-Chefvolkswirt.

MünchenDer Höhenflug des Euro und die gestiegenen Ölpreise haben die Hochstimmung in der deutschen Wirtschaft leicht gedämpft. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im Juli von 107,0 auf 106,4 Punkte. "Der Aufschwung ist aber nicht in Gefahr", sagte Ifo-Chefvolkswirt Gernot Nerb. Im Gesamtjahr sei weiterhin mit einem Wachstum von etwa 2,6 Prozent zu rechnen, was ein weiter flottes Tempo auch in der zweiten Jahreshälfte bedeute. Auch am Arbeitsmarkt dürfte die Erholung weiter gehen.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtigstes Konjunkturbarometer der deutschen Wirtschaft. Im Juli beurteilten die 7000 befragten Firmen sowohl die aktuelle Lage als auch die Aussichten für die nächsten sechs Monate etwas schlechter. "Wir waren aber auch auf einem extrem hohen Niveau", sagte Nerb. Für die leichten Einbußen sei wohl vor allem der starke Euro verantwortlich. Gerade die Industrie-Firmen beurteilten die Chancen für ihr künftiges Exportgeschäft etwas skeptischer. Zudem ging es mit den Zinsen zuletzt nach oben.

Misstrauen im Einzel- und Großhandel

Analysten und Volkswirte hatten daher mit einem leichten Rückgang des Index gerechnet. Der Geschäftslage-Index sank im Juli minimal von 111,4 auf 111,3 Punkte. Dies war der dritte Rückgang in Folge. Der Erwartungs-Index, der die Aussichten in den kommenden Monaten reflektiert, ging von 102,8 auf 101,8 Punkte zurück. Gerade im Einzel- und im Großhandel regiert noch die Skepsis. Der allgemeine Aufschwung habe sich noch nicht so deutlich im Konsum niedergeschlagen wie erwartet, sagte Nerb.

Gerade in der Industrie zeichnet sich ein weiterer Aufbau von Arbeitsplätzen ab. Auch in anderen Branchen wollen die Unternehmen wieder verstärkt einstellen. "Der Arbeitsmarkt wird sich weiter verbessern", sagte Nerb. Der Deutsche Aktienindex Dax rutschte nach Bekanntgabe der Ifo-Zahlen leicht ins Minus. (mit dpa)