Der Tagesspiegel : Immer mehr Potsdamer zahlen mit „Havelblüten“

Potsdam - Ein Jahr nach seiner Einführung hat sich das Regionalgeld „Havelblüte“ in Potsdam etabliert. In 80 Geschäften und Firmen können Kunden damit Kleider, Naturkost, Kinokarten und Dienstleistungen bezahlen. Der Umrechnungskurs zum Euro beträgt 1:1. „Es sind bereits etwa 30 000 Havelblüten im Umlauf“, sagt Uwe Kellermann, der Vorsitzenden des Potsdamer Regional e. V., der die Sonderwährung als erstes Zahlungsmittel seiner Art in Brandenburg herausgebracht hat. Es müssten aber noch mehr Unternehmen vor allem aus dem Potsdamer Umland davon überzeugt werden, die „Havelblüte“ an der Kasse zu akzeptieren, sagt Kellermann. Bundesweit gibt es rund 20 Regionalgeld-Initiativen.

Zwischen zehn und hundert Prozent des Einkaufspreises können die Kunden bei den Teilnehmern mit dem Papiergeld bezahlen. Das reicht von Baumfällungen, Badeölen und Brettspielen bis hin zu Hochzeitsfotos, Hausverwaltung und heimatkundlichen Diavorträgen. In erster Linie soll das Geld die regionale Wirtschaft in Schwung halten. „Wer Havelblüten hat, der soll sie auch ausgeben und damit wirtschaftliche Tauschvorgänge fördern“, sagt Kellermann. Da man die „Havelblüten“ nicht auf der Bank anlegen könne, sei es im Interesse des Besitzers, sie gegen Dienstleistungen oder Produkte einzutauschen.

Während Uwe Kellermann im zweiten Jahr der „Havelblüte“ den Teilnehmerkreis erweitern will, startet der Barnim- Uckermark-Regional e. V. in diesen Tagen die „Oderblüte“ in Ost-Brandenburg. Der Verein in Schwedt hat bei den Vorbereitungen auch Unternehmervereinigungen sowie das Landratsamt auf sich aufmerksam gemacht. ddp

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