Immigration : Neuerliches Flüchtlingsdrama vor Sizilien

Den Weg über das Mittelmeer in die EU haben erneut 14 Afrikaner mit ihrem Leben bezahlt.

RomNeues Flüchtlingsdrama in Süditalien: Die italienische Küstenwache hat die Leichen von 14 afrikanischen Immigranten nahe der Insel Lampedusa im Meer entdeckt. Ein Flugzeug hatte südlich der Mittelmeerinsel einen im Wasser treibenden Körper gesichtet und die Küstenwache alarmiert. Die Suche wurde am Montag fortgesetzt, blieb jedoch bis zum späten Nachmittag erfolglos. Es war unklar, wo das Boot mit den Einwanderern untergegangen ist. Die Leichen wurden mit einem Schiff der italienischen Marine nach Porto Empedocle auf Sizilien gebracht, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Ärzte sollten dort feststellen, wie lange die toten Männer bereits im Wasser trieben. Erste Untersuchungen ergaben, dass sie wahrscheinlich vor drei oder vier Tagen ertrunken sind. Die italienische Sprecherin der UN-Flüchtlingskommission, Laura Boldrini, sagte: "Die Überfahrt durch den Kanal von Sizilien ist mittlerweile zu einem makaberen Ritual geworden, auf das wir endlich eine konkrete Antwort finden müssen."

Allein seit Beginn des Monats wurden 35 tote Immigranten im Meer vor Sizilien geborgen. Im Mai waren es 111. Am 1. Juni hatte eine französische Fregatte vor Malta die Leichen von 16 Flüchtlingen gefunden. Vor den Küsten Italiens und Maltas kommt es immer wieder zu Flüchtlingstragödien. Die meisten Einwanderer starten ihre gefährliche Überfahrt mit oft seeuntauglichen Booten von Nordafrika aus.