Der Tagesspiegel : In Ruhe Erfolg haben

Claus Vetter sieht die Eisbären mit Trainer Jackson auf einem neuem Weg

Claus Vetter

Auf den ersten Blick wirkt alles ganz einfach: Die Eisbären setzen auf Kontinuität, schließlich haben sie gestern einen Trainer verpflichtet, der nach dem Prinzip seines Vorgängers Pierre Pagé arbeitet: Don Jackson kann junge deutsche Spieler fördern und gleichzeitig Erfolg haben. Das hat er zuletzt in Düsseldorf bewiesen. Genau so einen Mann wollten die Eisbären, auch im Hinblick auf ihre neue Arena am Ostbahnhof, in der 14 000 Zuschauerplätze kaum mit Mittelmaß zu füllen sein werden.

Also haben die Eisbären alles richtig gemacht? Von der sportlichen Seite her ist das wahrscheinlich, aber das ist nicht alles im Sportgeschäft. Die Typen Pagé und Jackson sind grundverschieden. Der Vorgänger liebte den Wirbel, redete gern über Visionen und legte sich mit der Marketingabteilung an, wenn das Stadion in Hohenschönhausen mal nicht ausverkauft war. Pagé liebte die Show, aber er gab dem Klub auch ein Gesicht. Jackson ist ein ruhiger Verkäufer, er meidet laute öffentliche Auftritte. Und wenn er von der Förderung junger Spieler redet, kommt ihm das Wort Vision nicht über die Lippen. Gewinnen müsse das Team, so einfach sei das, sagt er.

Auf den zweiten Blick wird deutlich: Die Eisbären setzen abseits der Eisfläche nicht auf Kontinuität, sondern auf Ruhe. Erstaunlich, zumal doch vor dem Umzug in die neue Arena ein wenig Wirbel bestimmt nicht schadet. Aber vielleicht ist Erfolg ja die beste Werbung, und dafür steht der Name Don Jackson so wie der Name seines Vorgängers Pierre Pagé.