Der Tagesspiegel : In Schöneberg, in Schöneberg ist Waldauktion Ein ganzes Brandenburger Jagdrevier steht in Berlin zur Versteigerung

Claus-Dieter Steyer,Johannes Gernert

Von Claus-Dieter Steyer

und Johannes Gernert

Ob Jagdreviere, Inseln oder Wälder. Größere Ländereien in Brandenburg finden immer wieder Käufer. Denn landschaftlich hat die nähere und fernere Umgebung Berlins viel zu bieten. Das zeigt sich auf den regelmäßig stattfindenden Grundstücksauktionen. Aufmerksamkeit erregte im Sommer 2002 die Versteigerung der Insel „Langes Werder“ im Großen Lychensee in der Uckermark.

Aber nicht immer gehen so außergewöhnliche Ojekte im ersten Anlauf weg. So war es gestern bei einer Versteigerung im Rathaus Schöneberg in Berlin. Neben Immobilien und kleineren Grundstücken sollte ein 130 Hektar großes Jagdrevier zwischen Biesenthal, Lanke und Lobetal unter den Hammer – aber es fand sich zunächst kein Käufer. Jetzt wird das Gebiet im Rahmen der viertägigen Auktionsveranstaltung Anfang der Woche erneut angeboten. Die Deutsche Grundstücksauktionen AG verlangt mindestens 325 000 Euro.

Das 30 Kilometer nördlich Berlins gelegene Gelände des ehemaligen Gutes Hellmühle ist menschenleer und wegen der vielen Waldgebiete vor allem für Jäger und Verpächter von Jagdrevieren interessant. Die Gebäude der früheren Mühle sind allerdings von der Versteigerung ausgenommen. Sie befinden sich teilweise in Privatbesitz. Ein Teil der Häuser, in denen zu DDR-Zeiten eine Jugendherberge und ein Lager der paramilitärischen „Gesellschaft für Sport und Technik“ untergebracht worden waren, steht seit 1989 leer.

Zuletzt war im September die Halbinsel Sacrow bei Potsdam versteigert worden. Ein Lehrer hatte für das fünf Hektar große Gelände 324 000 Euro bezahlt. Das Mindestgebot lag bei 295 000 Euro. Ursprünglich wollte der örtliche Anglerverein das von ihm als „Paradies“ geschätzte Areal kaufen. Doch ihm fehlte das Geld. Die Überraschung war deshalb sehr groß, als sich der neue Eigentümer selbst als Vereinsmitglied entpuppte.

Vor der Versteigerung des uckermärkischen „Langen Werders“ schauten sich mehr als 800 in- und ausländische Interessenten auf der nur von einem Verwalter bewohnten Insel um. Den Zuschlag erhielt damals ein Unternehmer aus Westfalen für 680000 Euro. Doch heute ist die traumhaft gelegene Insel so einsam wie eh und je. Denn der Käufer hat ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe am Hals.

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