Indien : Weg frei für Atom-Handel

Indien wird die UN-Konvention gegen Atom-Schmuggel ratifizieren. Mit Blick auf die geplante nukleare Zusammenarbeit mit den USA hat das indische Parlament dazu heute den Weg freigemacht.

Neu DelhiMit Blick auf die geplante nukleare Zusammenarbeit mit den USA hat das indische Parlament den Weg für die Unterzeichnung einer UN-Konvention zum Schutz von Atommaterial freigemacht. Indien werde das Übereinkommen über den physischen Schutz von Kernmaterial (CPPNM) ratifizieren, gab die Regierung in Neu Delhi nach Medienberichten bekannt. Dieser Schritt war von den USA als Bedingung für die Zusammenarbeit genannt worden.

Die UN-Konvention soll dazu dienen, den Schmuggel oder den Verkauf von Atommaterial zu verhindern, um Terroristen daran zu hindern, in den Besitz solchen Materials zu kommen. Dazu haben die Unterzeichnerstaaten unter anderem Regeln für eine strikte Überwachung von Atommaterial, eine enge Kooperation im Falle eines Diebstahls sowie die gegenseitige Auslieferung der Täter vereinbart.

US-Präsident George W. Bush hatte vor einem Jahr bei einem Besuch in Neu Delhi nach mehr als 30-jährigem Boykott die Wiederaufnahme der nuklearen Zusammenarbeit mit Indien angekündigt. Das geplante Abkommen erlaubt den USA den Export von Technologie und Brennmaterial für die zivile Nutzung der Kernenergie nach Indien, obwohl die südasiatische Atommacht den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet hat. Die Vereinigten Staaten und viele weitere Länder hatten seit ersten indischen Atomwaffentests im Jahr 1974 kein Nuklearmaterial mehr an Indien geliefert. (mit dpa)