INFEKTIONSGEFAHR : Händewaschen kann vor Ansteckung schützen

Tröpfchen mit Influenzaviren, die beim Niesen in die Umwelt gelangen, haben eine Reichweite von etwa einem Meter. Doch man kann es ihnen erschweren, in den Körper des nächsten Opfers einzudringen. „Einfache Maßnahmen wie Händewaschen und das Tragen eines Mundschutzes sind zur Vorbeugung gegen Grippeerreger wesentlich effizienter als Medikamente“, sagte Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin, am gestrigen Mittwoch bei der Vorstellung der „Aktion Saubere Hände“.

Hauptsächlich wollen die Akteure der Aktion erreichen, dass Ärzte und Pflegekräfte in Krankenhäusern ihre Hände regelmäßig desinfizieren. Denn meist werden Keime von einem Krankenbett zum anderen nicht durch die Luft, sondern per Hand weitergereicht.

„Das Prinzip, das wir im Krankenhaus propagieren, gilt aber auch, wenn man nach der U-Bahn-Fahrt nach Hause kommt“, sagte Jonitz. Allerdings sollte zu Hause nach Ansicht der Experten nicht der Griff zum Desinfektionsmittel zur Gewohnheit werden, sondern das gründliche Händewaschen mit Wasser und Seife. Das genüge, um eine Vielzahl von Keimen von der Haut zu entfernen, sagte Christiane Reichardt vom Institut für Hygiene- und Umweltmedizin an der Charité. Desinfektionsmittel sind vor allem dann sinnvoll, wenn die Keimabtötung schnell gehen muss und wenn sie überall möglich sein soll.

Übrigens: Wer erkältet ist, sollte – auch mit frisch gewaschenen Händen – lieber auf das gewohnte Händeschütteln verzichten. (aml)

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