Der Tagesspiegel : Inline-Skater: Rolling Urlaubers

Claus-Dieter Steyer

Als "Mekka für Inline-Skater" wollen sich Luckenwalde, Jüterbog und einige umliegende Dörfer einen Namen machen. Einige Ansätze dafür können jetzt schon ausprobiert werden. Von der mit 170 Kilometern künftig längsten Skaterstrecke Europas ist der erste Rundkurs inzwischen fertiggestellt. Zwölf Kilometer führt ein drei Meter breites Asphaltband von Kolzenburg an der Bundesstraße 101 überwiegend durch Wälder und Wiesen des Baruther Urstromtales. "Glatt, flach und gut ausgebaute Kurven", lautet das häufigste Urteil der Inline-Sakter. Sie teilen sich die Bahn zwar mit Rad- und Rollstuhlfahrern, doch Probleme gibt es deshalb kaum. Der Asphaltstreifen lässt problemloses Überholen und Ausweichen zu.

Mehrere Hotels und Gaststätten haben sich auf die wachsende Resonanz der neuen Strecke eingestellt. Mit großem Erfolg bietet etwa das Hotel "Zum Eichenkranz" in Kolzenburg ein Skaterwochenende mit zwei Übernachtungen und Frühstück für 100 Mark pro Person an. Skates und Schutzausrüstungen sind sowohl im Hotel oder im Sportgeschäft am Jüterboger Markt für 15 Mark pro Tag ausleihbar. Von Freitag bis Sonntag kostet ein Set 25 Mark, für eine ganze Woche müssen 50 Mark bezahlt werden. Das Vier-Sterne-Hotel "Vierseithof" in Luckenwalde organisiert auch Trainingsstunden mit erfahrenen Skatern. Die Ausleihgebühren gleichen hier den Preisen in Kolzenburg. Eine Übernachtung mit Frühstück und einem Fitnessmenü am Abend kostet pro Person im Doppelzimmer 135 Mark und im Einzelzimmer 185 Mark.

Der Ausflug zur Skaterbahn kann mit Abstechern zu lohnenswerten Zielen am Wegesrand verbunden werden. Dazu zählen das Kloster Zinna, die alten Stadtkerne von Jüterbog und Luckenwalde, das Freibad in Oehna, das Schloss Wiepersdorf oder die Kart-Bahn am ehemaligen Flugplatz Altes Lager zwischen Jüterbog und Niedergörsdorf. Während sich die Strecke im Fläming unter den Skater-Enthusiasten schon herumgesprochen hat, gelten die Deiche im Oderbruch nach wie vor als Geheimtipp. Gerade auf den neugebauten Schutzdämmen lässt es sich teilweise wunderbar rollen. Allerdings gibt es von den Hauptstraßen nur selten Zufahrtswege zu den Deichen, wo es zudem an Parkplätzen mangelt.

Kenner empfehlen den Weg über das Dorf Reitwein (Bundesstraße 1) und ab Manschnow über die Bundesstraße 112. Direkt am Oderdeich kann das Auto abgestellt werden. Auf dem Deich geht es entlang der führenden Oder flussabwärts bis zur 1,4 Kilometer entfernten Diplomatentreppe oder gut fünf Kilometer nach Lebus. Die B 1 kann auch bis Küstrin-Kietz benutzt werden, um dann auf mehr als einem Kilometer auf schönstem Asphaltband mit den Skatern in südliche Richtung zu fahren. Deshalb sollten Ausflügler das Örtchen Zollbrücke (über Altreetz) ansteuern. Von hier rollen die kleinen Räder sowohl nach rechts oder als auch nach links auf glattem Belag fast wie von selbst.

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