Installation von Jonathan Meese : "Wiedergeburt des unfreiwilligen Hofnarren Gundling"

Es ist ein schlimmer Fall: Einst war er ein angesehener Geisteswissenschaftler unter Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., dann verkam Gundling zum Hofnarren. Zu sehen in der Installation "Gundling Meese Erzstaat" im Schloss Neuhardenberg von Jonathan Meese.

NeuhardenbergDer Maler und Performancekünstler Jonathan Meese eröffnet am Samstag (11. August) um 16 Uhr im Schloss Neuhardenberg seine Ausstellung "Gundling Meese Erzstaat". Mit einer raumgreifenden Installation nehme er in der Schau Bezug auf den Präsidenten der Preußischen Akademie der Wissenschaften, Jakob Paul Gundling, teilte ein Sprecher der Stiftung Schloss Neuhardenberg mit. Gundling (1673- 1731) ist unter der Herrschaft von Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. (1688-1740) von einem angesehenen, geisteswissenschaftlichem Gelehrten zu einer höfischen Spottfigur verkommen. Die Installation ist bereits die dritte Arbeit Meeses für Neuhardenberg.

Grundlage für die Arbeit waren archivierte Objekte und Schriften aus Gundlings Zeit sowie Niederschriften aus dem Nachlass des Dramaturgen Heiner Müller, wie der Sprecher weiter mitteilte. Texte, Bilder, grafische Konstruktionen und Skulpturen sind den Angaben zufolge als "Wiedergeburt des unfreiwilligen Hofnarren Gundling" zu sehen, die einen "sinnfälligen Kommentar" zum Jahr der Geisteswissenschaften darstelle. (mit ddp)

Die Ausstellung ist bis zum 18. November geöffnet.