Integration : Rat der Ex-Muslime: "Islamische Verbände tolerieren heimlich Gewalt"

Der Rat der Ex-Muslime ist davon überzeugt, dass die islamischen Verbände in Deutschland im Geheimen Feind einer liberalen Gesellschaftsordnung sind. Einschüchterungen, Radikalisierung und Ehrenmord sprächen eine deutliche Sprache, so der Zentralrat.

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"Stillschweigende Akzeptanz der Gewalt"?Foto: AFP

KölnAngesichts der zunehmenden Gewalt- und Morddrohungen gegen Islamkritiker in Deutschland fordert der Zentralrat der Ex-Muslime Konsequenzen. Der Fall des Schriftstellers Günter Wallraff sei "nur das jüngste Beispiel einer Kette von Morddrohungen", sagte die Vorsitzende der Organisation, Mina Ahadi. Ahadi betonte, es gebe von islamischer Seite "eindeutige Bestrebungen, die Strategie der Einschüchterung und Erniedrigung gegen Andersdenkende", die in islamischen Ländern regelmäßig zu Gewalttaten bis hin zum Mord führe, "auch nach Europa zu tragen".

Die Vorsitzende betonte, dass die Auswirkungen dieser "religiösen Radikalisierung" im Alltag auch in Deutschland bereits allzu deutlich zu spüren seien. Das reiche von Zwangsheiraten, dem Kopftuch bei Kindern bis hin zum sogenannten Ehrenmord. Sie kritisierte, dass es "hierzulande einige Intellektuelle und Politiker" gebe, welche durch ihre Nachgiebigkeit die muslimischen Radikalen in deren Vorgehen bestätigten. Die Absage der Mozart-Oper "Idomeneo" im vergangenen Jahr in Berlin sei "ein Tiefpunkt in diesem Prozess" gewesen. "Leben wir im 21. Jahrhundert und wollen wir uns unsere demokratischen Errungenschaften von diesen Radikalen nehmen lassen?", fragte die Verbandsvorsitzende.

"Verbände sind nicht an Integration interessiert"

Es sei ein Fehler der Bundesregierung, diese Verbände durch eine Einbindung in die Islamkonferenz "politisch aufzuwerten". "Diese Verbände sind nicht an Integration interessiert. Sie wollen eine Ethnisierung der Gesellschaft und die Religionszugehörigkeit zum politischen Thema machen, damit sie sich in den Alltag der Menschen einmischen können", so Ahadi.

Ihrer Ansicht nach gebe es eine "stillschweigende Akzeptanz der Gewalt" unter islamischen Organisationen, auch wenn diese sich "öffentlich von Radikalen" distanzierten. Die Predigten in Moscheen hierzulande, in denen "die deutsche Gesellschaft als verkommen und minderwertig, der Islam dagegen als überlegen" bezeichnet werde, sprächen "eine deutliche Sprache". (mit ddp)