Integration : Zahl der Einbürgerungen erstmals seit fünf Jahren gestiegen

Seit dem Jahr 2000 gilt in Deutschland ein neues Staatsangehörigkeitsrecht. Damals ließ sich eine Rekordzahl von Ausländern einbürgern, seitdem sank die Zahl. Vergangenes Jahr wendete sich dieser Trend.

WiesbadenDie Zahl der Einbürgerungen ist 2006 in Deutschland erstmals seit fünf Jahren wieder leicht gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden wurden in Deutschland im vergangenen Jahr rund 124.830 Ausländer eingebürgert. Das waren etwa 7590 oder 6,5 Prozent mehr Einbürgererungen mehr als im Vorjahr. Mit der Einführung des neuen Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000 hatten die Einbürgerungen den Höchststand von knapp 186.700 Personen erreicht. In den Folgejahren nahm ihre Zahl jeweils ab und hatte 2005 den niedrigsten Stand erreicht.

Die größte Gruppe der Eingebürgerten stellten 2006 mit 26,8 Prozent Türken. An zweiter und dritter Stelle folgten Einbürgerungen von Personen aus Serbien und Montenegro (rund 12.600) und Polen (etwa 6940). Aus der Russischen Föderation wurden 4690 Einwanderer eingebürgert und aus der Ukraine knapp 4550 Menschen. Es folgten Israel mit rund 4310 Personen, Irak mit rund 3690, Iran mit 3670 und Marokko mit knapp 3550.

Mehr als zwei Drittel der Eingebürgerten sind Menschen, die mindestens acht Jahre in Deutschland gelebt haben und über eine gültige Aufenthaltsgenehmigung verfügten. Etwas seltener als im Jahr 2005 wurden ausländische Ehepartner und Kinder dieser Personengruppe eingebürgert. (mit ddp/dpa)