Internationale Beziehungen : Nato nimmt Dialog mit Russland wieder auf

Rund vier Monate lang lagen die Gespräche zwischen Russland und der Nato wegen der Kaukasus-Krise auf Eis - jetzt will die Militär-Allianz die Beziehungen zu Russland wieder aufnehmen. Auch den Streit um einen beschleunigten Beitritt für Georgien und die Ukraine legt die Nato bei.

Die Nato will die nach dem Georgien-Krieg eingefrorenen Beziehungen zu Russland wieder aufnehmen. Dazu sollen noch in diesem Jahr erste Gespräche auf informeller Ebene stattfinden, wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) nach einem Treffen der Nato-Außenminister am Dienstag in Brüssel mitteilte. Als möglichen Termin für eine reguläre Sitzung des Nato-Russland-Rates nannte er das Frühjahr 2009. "Das wird nicht von heute auf morgen geschehen".

Der Außenminister betonte, der Rat werde nicht nur in "Schönwetterzeiten" gebraucht, sondern "erst recht, wenn sich Interessenunterschiede zeigen". Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sagte, das Bündnis wolle "ein bedingtes und abgestuftes neues Engagement mit Russland". Er sei beauftragt zu erkunden, welche politischen Kontakte zwischen der Nato und Russland wieder hergestellt werden könnten.

Bei ihrem Treffen in Brüssel legten die Nato-Außenminister auch den Streit um eine Mitgliedschaft Georgiens und der Ukraine bei. Einen Beitritt dieser beiden Länder im Schnellverfahren soll es nicht geben. Außenminister Steinmeier setzte durch, dass die beiden Nachbarländer Russlands die normale mehrjährige Aufnahmeprozedur durchlaufen müssen. Im Gegenzug erreichte US-Außenministerin Condoleezza Rice, dass Georgien und die Ukraine in gemeinsamen Kommissionen von der Allianz intensiver auf die Mitgliedschaft vorbereitet werden. (jam/dpa/AFP)