Inzestvater : Baby im Keller hätte überleben können

Das Baby, das Josef F. mit seiner Tochter zeugte, sei zwar schwer krank, mit medizinischer Versorgung aber überlebensfähig gewesen. Josef F. droht nun möglicherweise eine Anklage wegen Mordes.

WienIm Inzestfall im niederösterreichischen Amstetten droht dem 73-jährigen Josef F. womöglich auch eine Anklage wegen Mordes. Nach Angaben eines Fachmanns für Neugeborene starb eines der sieben Kinder, die er mit seiner eingesperrten Tochter E. zeugte, an Vernachlässigung. Das Baby sei "überlebensfähig" gewesen, berichtete das österreichische Nachrichtenmagazin "News" am Mittwoch unter Berufung auf das von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegeben Gutachten.
  
Das im Kellerverlies geborene Kind sei schwer krank gewesen und habe von Tag zu Tag schlechter geatmet, hieß es in dem Bericht weiter. Diese Symptome hätte ein Laie erkennen müssen. F. müsse gewusst haben, dass das Kind ohne medizinische Versorgung sterben würde. Das Gutachten basiert den Angaben zufolge auf Gesprächen mit E. Ihr Vater hatte zugegeben, die Leiche des Kindes verbrannt zu haben.
  
E. war von ihrem Vater 24 Jahre lang in einem Keller eingesperrt und regelmäßig vergewaltigt worden. Der Vater zeugte mit seiner Tochter sieben Kinder, von denen eins kurz nach der Geburt starb. Drei der überlebenden Kinder wurden von Josef F. und seiner Frau in ihrem Haus aufgezogen, die übrigen drei mussten mit ihrer Mutter in dem Keller leben. Erst die Einlieferung der schwer
erkrankten ältesten Tochter Kerstin ins Krankenhaus am 19. April brachte die Tat ans Tageslicht. (yr/AFP)