IOC-Beschluss : "Olympische Spiele der Jugend" ab 2010

Einen Tag nach Sotschis Sieg hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) eine weitere richtungweisende Entscheidung getroffen. Von 2010 an wird es die Olympischen Spiele der Jugend geben.

Gilbert Felli
Gilbert Felli, IOC-Geschäftsführer der Olympischen Spiele -Foto: AFP

Guatemala-StadtAuf der 119. IOC-Vollversammlung wurde in Guatemala-Stadt einstimmig beschlossen, das Mini-Olympia für 14- bis 18-Jährige in einem Zwei-Jahres-Rhythmus anzubieten. Der Ausrichter der ersten Jugendspiele im Sommer 2010 soll im kommenden Februar bestimmt werden.

"Das ist eine einzigartige Gelegenheit, den Änderungen in der Gesellschaft Rechnung zu tragen und das Überleben des Sports zu sichern", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge, der sich als Ideengeber für diese historische Kampagne stark gemacht hatte. Eine Begrenzung der Teilnehmerzahl (3000 Jugendliche für Sommer-, 1000 für Winterspiele) und der Kosten für den Veranstalter (maximal 40 Millionen Dollar) sollen Gigantismus verhindern.

Walther Tröger wiedergewählt

Auf dem ereignisreichen zweiten Sitzungstag der Session wurde zudem Walther Tröger als IOC-Mitglied wiedergewählt. Der 78-Jährige wurde wie erwartet in seiner Funktion als IOC-Mitglied bestätigt und wird erst in zwei Jahren altersbedingt ausscheiden. Einen deutschen Nachfolger lassen die IOC-Regeln nicht zu. Neben Tröger bleiben 24 weitere IOC-Mitglieder, darunter Joseph Blatter, Präsident des Fußball-Weltverbandes, René Fasel, Präsident des Eishockey-Weltverbandes und der Chef des Internationalen Eiskunstlauf-Verbandes, Ottavio Cinquanta, in ihren Ämtern. Selbst Jaques Rogge wollte keine Sonderrolle und stellte sich zur Wiederwahl, obwohl er bis 2009 als IOC-Präsident gewählt ist. Im Zuge der Reformen 1999 hatte das IOC beschlossen, dass die Mitglieder alle acht Jahre wiedergewählt werden müssen.

"Von einer olympischen Ehrenrunde zu sprechen wäre absoluter Blödsinn. Ich werde versuchen, mein Wissen und meine Erfahrung so lang wie möglich einzubringen", sagte Tröger und sprach Rogge seine Anerkennung für die Jugendspiele aus: "Ganz ehrlich, ich bin skeptisch gewesen, aber wenn Rogge es schafft, den spielerischen Aspekt in den Vordergrund zu stellen und nicht den Wettbewerbscharakter, halte ich das für eine noble und wirkungsvolle Idee."

Zusammen mit Regierungen und Nationalen Olympischen Komitees sollen mehr als 200 Millionen Schüler weltweit erreicht werden, um die zunehmende Inaktivität unter den Jugendlichen zu bekämpfen. "Die körperliche und mentale Gesundheit der Jugendlichen muss geschützt werden und wird bei diesen Spielen im Vordergrund stehen", erklärte Rogge. Der Belgier sieht in der Veranstaltung eine Art moralisch-pädagogisches Trainingslager für Olympische Spiele. (mit dpa)