Irak : Bombe in Bagdads Ausländer-Hotel

Bei drei Selbstmordanschlägen sind im Irak 47 Menschen getötet worden. In Bagdads Hotel "Al-Mansour", das vorwiegend von Ausländern frequentiert wird, starben zwölf Menschen.

BagdadBei drei Selbstmordanschlägen sind am Montag im Irak insgesamt 47 Menschen getötet und über 150 verletzt worden. Bei einem gezielten Angriff auf sunnitische Stammesführer, die mit dem US-Militär gegen das Terrornetz Al Qaida kämpfen, kamen allein zwölf Menschen ums Leben. Einem Selbstmordattentäter war es trotz Sicherheitskontrollen gelungen, in das Innere des Bagdader Ausländer-Hotels "Al-Mansour" vorzudringen, wo zahlreiche US-freundliche Clanchefs aus der westlichen Provinz Anbar zusammengekommen waren. Bei der Detonation des Sprengstoffgürtels starben zwölf Menschen, 15 weitere wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte. Unter den Toten waren sechs Stammesführer und ein bekannter Moderator des staatlichen Fernsehsenders Al-Irakija.

Der irakische Regierungschef Nuri Al-Maliki verurteilte die Bluttat in einer in Bagdad verbreiteten Erklärung als "kriminellen Akt". Dieser werde aber "die Stämme von Anbar nicht entmutigen, sondern vielmehr noch eher darin bestärken, ihre Arbeit gegen bewaffnete Gruppen in der Provinz fortzuführen". Die Stammesführer aus der Provinz Anbar westlich von Bagdad gehören jener Gruppe von Clanchefs an, die sich Anfang des Jahres von fundamentalistischen Aufständischen mit Nähe zum Terrornetz Al Qaida abgewandt hatten und seitdem mit dem US-Militär zusammenarbeiten. Die Zahl der Anschläge, Morde und Entführungen ist seitdem in Anbar deutlich zurückgegangen.

Sicherheitsleute festgenommen

Unter den getöteten Scheichs war auch Faisal al-Kaaud, der im Jahr 2004 Gouverneur von Anbar gewesen war. Der ums Leben gekommene Fernseh-Moderator Rahim al-Maliki hatte im Irak auch als Dichter einen Namen. Unter den Schwerverletzten befand sich ein irakischer Armee-General, der den Einsatz der US-freundlichen Stammesmilizen koordiniert hatten.

Das Hotel "Al-Mansour", das unweit der streng bewachten Grünen Zone liegt, wird vor allem von ausländischen Gästen, darunter vielen Journalisten, bewohnt. Zunächst war unklar, wie der Attentäter mit seinem Dynamitgürtel die Sicherheitskontrollen an den Zugängen zum Hotel überwinden konnte. Nach Augenzeugenberichten wurden die Sicherheitsleute des Hotels und die dort eingesetzten Polizisten nach dem Anschlag von der irakischen Armee festgenommen.

Anschlag mit Tanklaster

Im nordirakischen Beidschi waren zuvor 27 Iraker ums Leben gekommen, als sich ein Attentäter mit seinem Tanklaster vor dem Polizeikommando der Stadt 200 Kilometer nördlich von Bagdad in die Luft sprengte, teilten Sicherheitskreise in der Provinzhauptstadt Tikrit mit. 96 weitere Personen wurden verletzt.

Im südirakischen Hilla starben am Montag mindestens acht Menschen, als sich ein Attentäter mit seinem Wagen vor dem Eingang der örtlichen Polizeiakademie in die Luft sprengte. 42 weitere Personen seien verletzt worden, teilten Sicherheitskreise und Krankenhausärzte in der Stadt 100 Kilometer südlich von Bagdad mit.

Das US-Militär nahm nach eigenen Angaben am Montag im Irak 43 mutmaßliche Aufständische und Terroristen fest, darunter den Al-Qaida-Führer im Westteil der nordirakischen Stadt Mossul. Ein US-Soldat, der einen Konvoi begleitete, wurde in Bagdad von einem Heckenschützen getötet. (mit dpa)