Irak : Brown kündigt in Bagdad Teilabzug an

Großbritannien zieht bis zum Jahresende rund 1000 seiner rund 5500 Soldaten aus dem Irak ab. Der britische Premier Gordon Brown nutzte einen unangekündigten Besuch in Bagdad zur Bekanntgabe der Abzugspläne.

London"Hoffentlich werden sie bis Weihnachten zu Hause sein", sagte Brown nach einem Treffen mit dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki. Die Reduzierung der Truppenstärke auf etwa 4500 Soldaten werde dadurch möglich, dass Großbritannien innerhalb der nächsten acht Wochen die Kontrolle über die Erdölprovinz Basra vollständig an den Irak übergibt. Der Auftrag der britischen Truppen werde sich dann "von einem Kampfeinsatz zu einem Überwachungseinsatz" verändern, erklärte der Premierminister.

Al-Mailki sagte nach dem Treffen mit Brown, aus Sicherheitsgründen sei zuvor nicht angekündigt worden, dass die irakischen Streitkräfte zur Übernahme der Sicherheitsverantwortung in der Provinz Basra bereit seien. Britische Militärexperten äußerten umgehend Zweifel.

Brown traf in Bagdad auch mit dem Kommandeur der US-Streitkräfte, General David Petraeus zusammen. Nach Angaben eines BBC-Korrespondenten in Bagdad hatte die britische Regierung ursprünglich deutlich mehr als 1000 Soldaten abziehen wollen. Auf Drängen der USA habe London davon Abstand genommen. Brown will sich am kommenden Montag im Unterhaus zum weiteren Vorgehen im Irak äußern. (mit dpa)