Irak : Keine Strafverfolgung der Blackwater-Söldner?

Die Wachleute der US-Sicherheitsfirma Blackwater werden für ihre Taten möglicherweise nie zur Verantwortung gezogen. Das US-Außenministerium gewährte ihnen laut einem Zeitungsbericht Immunität.

WashingtonIn der Affäre um den Einsatz der US-Sicherheitsfirma Blackwater im Irak haben Mitarbeiter des US-Außenministeriums den Wachleuten nach Zeitungsberichten Immunität zugesichert und damit die Ermittlungen zum Tod von bis zu 17 Irakern erschwert. Es könne nun komplizierter werden, die Wachleute zu verfolgen, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf US-Regierungskreise. Dies gelte erst recht, da die Ermittler nicht befugt gewesen seien, Immunität zu gewähren.

Laut "Times" wurde den meisten in die Schießerei vom 16. September verstrickten Wachleuten zugesagt, sie würden für keine ihrer Aussagen gegenüber den Ermittlern verfolgt, so lange sie die Wahrheit sagten. Vertreter des US-Justizministeriums, die Immunität hätten gewähren dürfen, seien vorab nicht über die Absprache informiert worden, zitierte die Zeitung einen ungenannten Regierungsmitarbeiter. Die "Washington Post" berichtete unterdessen, einige der Blackwater-Mitarbeiter hätten eine Befragung durch die US-Bundespolizei FBI mit Hinweis auf das Immunitätsversprechen verweigert.

Eine Gruppe von Blackwater-Mitarbeitern, die im Auftrag des Außenministeriums US-Diplomaten im Irak schützen sollte, hatte auf einem belebten Platz in der irakischen Hauptstadt Bagdad das Feuer eröffnet und bis zu 17 Zivilisten getötet. Blackwater-Chef Erik Prince zufolge wurde auf seine Leute zuerst geschossen; diese hätten dann das Feuer erwidert. (mit dpa)