Irak : US-Militär will Grenze zu Iran abdichten

Das US-Militär will eine neue Basis an der iranisch-irakischen Grenze errichten und so das angebliche Einsickern von "Kämpfern" aus Iran verhindern. Teheran bestreitet dagegen einen "störenden" Einfluss.

WashingtonDas US-Militär im Irak will laut einem Pressebericht stärker gegen vermutete Waffeneinfuhren und illegale Grenzübertritte aus Iran vorgehen. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge plant die US-Armee im Grenzgebiet den Bau eines neuen Stützpunktes, um Waffenschmuggel und die verdeckte Einreise von iranischen Kämpfern zu verhindern. "Wir haben ein großes Problem mit iranischen Munitionslieferungen in den Irak", sagte der Kommandeur der US-Truppen im Zentralirak, Generalmajor Rick Lynch, der Zeitung. Die Einmischungen Irans seien "störend". "Wir müssen das stoppen", sagt Lynch.

Nach Angaben des verantwortlichen Offiziers, Major Toby Logsdon, soll die für 200 Soldaten ausgelegte Militärbasis sechs Kilometer von der Grenze entfernt entstehen und bis November fertiggestellt sein. Einen genauen Ort nannte Logsdon aber nicht. Laut "Wall Street Journal" hat das US-Militär weiterhin vor, am wichtigsten Grenzübergang zwischen den beiden Ländern bei Zurbatija Röntgenkontrollen einzuführen und Sprengstoffdetektoren aufzustellen. Außerdem seien sechs befestigte Kontrollpunkte an bedeutenden Hauptstraßen geplant, an denen verbündete Soldaten aus Georgien eingesetzt werden sollen.

Das US-Militär wirft Iran vor, irakische Widerstandskämpfer auszubilden und mit Waffenlieferungen zu unterstützen. Ende August hatte Generalmajor Lynch bekundet, etwa 20 iranische Revolutionsgarden hätten auf irakischem Gebiet schiitische Extremisten den Umgang mit Raketen und Sprenstoff beigebracht. Teheran dementiert die Vorwürfe. (mit AFP)