Irak : US-Söldnerfirma wegen Kriegsverbrechen verklagt

Eine amerikanische Bürgerrechtsbewegung hat gegen die Sicherheitsfirma "Blackwater" Klage wegen Mordes und Kriegsverbrechen eingereicht. Die Söldnertruppe war im Irak immer wieder durch Schießereien negativ aufgefallen.

Blackwater
Verbrannte Erde. Eine Irakerin betrachtet die Überreste eines Blackwater-Ensatzes. -Foto: AFP

WashingtonEine US-Bürgerrechtsgruppe hat die Sicherheitsfirma Blackwater im Namen von drei irakischen Opferfamilien und einem Überlebenden der tödlichen Schießerei Mitte September in Bagdad auf Schadenersatz verklagt. Das Center for Constitutional Rights teilte mit, die bei einem Bundesgericht in Washington eingereichte Klage laute auf Mord und Kriegsverbrechen. Außerdem solle Blackwater eine nicht näher genannte Summe an die Opfer zahlen.
   
"Dieses sinnlose Gemetzel war nur der jüngste Vorfall einer Serie ungeheuerlichen Fehlverhaltens von Blackwater im Irak", sagte die Anwältin Susan Burke. Die Blackwater-Mitarbeiter seien vor der Schießerei nicht provoziert worden und hätten keine Rechtfertigung dafür gehabt, auf Zivilisten zu feuern. In der Klageschrift wird angeführt, Blackwater habe bei seinen Angestellten eine "Kultur der Rechtlosigkeit" geschaffen und genährt. Diese habe die Wachleute dazu angeleitet, nur im Sinne der finanziellen Interessen des Unternehmens und auf Kosten von Menschenleben zu handeln.
  
Nach einem Bericht der irakischen Regierung, der am Sonntag veröffentlicht wurde, kamen am 16. September in Bagdad 17 Menschen ums Leben, als Blackwater-Mitarbeiter grundlos das Feuer auf Zivilisten eröffneten. 22 Menschen waren laut dem Bericht bei dem Vorfall verletzt worden. US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte als Reaktion auf die Blackwater-Affäre in der vergangenen Woche neue Einsatzbestimmungen erlassen, denen zufolge künftig jeder von Blackwater geführte Konvoi im Irak von Sicherheitskräften des Außenministeriums begleitet werden muss. Zudem billigte das US-Repräsentantenhaus ein Gesetz, das private Sicherheitskräfte im Irak der Rechtsprechung von US-Gerichten unterwirft. (mit AFP)