Iran : Weißes Haus relativiert Bushs Weltkriegsäußerungen

Nach den umstrittenen Äußerungen von US-Präsident Bush zu einem "Dritten Weltkrieg" ist das Weiße Haus bemüht, die Wogen zu glätten. Bush habe nur vor einem nuklear bewaffneten Iran warnen wollen, heißt es.

WashingtonDas Weiße Haus hat Äußerungen von US-Präsident George W. Bush im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm über die Gefahr eines "Dritten Weltkriegs" relativiert. "Es ist nur eine andere Art zu sagen, dass wir nicht wollen, dass sie (die Iraner) Atomwaffen entwickeln", zitierte die "Washington Post" Bush-Sprecher Gordon Johndroe.

Verteidigungsminister Robert Gates sagte, Bush habe darauf abgehoben, dass ein "nukleares Iran" die Nachbarn provozieren würde. "Man hätte sehr wahrscheinlich einen atomaren Rüstungswettlauf im Nahen Osten", erklärte der Pentagon-Chef. Das würde "das Risiko eines Unfalls oder einer Fehlkalkulation" und die Gefahr erhöhen, dass solche Waffen oder Materialien in die Hände von Terroristen fielen.

Iran: "Kriegsrhetorik"

Bush hatte auf einer Pressekonferenz erklärt, wenn man daran interessiert sei, einen "Dritten Weltkrieg" zu verhindern, dann sollte man alles dafür tun, Iran daran zu hindern, die nötige Kenntnisse zum Bau von nuklearen Waffen zu erwerben. Diese Äußerung war von Iran als "Kriegsrhetorik" bezeichnet worden und hatte auch im europäischen Ausland Kritik ausgelöst.

Bereits am Donnerstag hatte die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino, erklärt, Bush habe den Blick der Weltöffentlichkeit mit seiner "rhetorischen" Bemerkung auf die negativen Folgen eines Atomwaffenbesitzes lenken wollen. Der Präsident habe darauf hingewiesen, dass es Iran nicht gestattet werden dürfe, nukleare Waffen zu entwickeln. (mit dpa)