Isaf-Mission : Erstmals polnischer Soldat in Afghanistan getötet

Bei einem Anschlag der Taliban auf eine Fahrzeugkolonne ist erstmals auch ein polnischer Soldat der Isaf-Mission ums Leben gekommen. Polens Truppen beschweren sich seit Monaten über ihre unzureichende Ausrüstung.

WarschauIn Afghanistan ist erstmals ein polnischer Soldat der Nato-Schutztruppe Isaf getötet worden. "Er ist im Einsatz gestorben. Seine Fahrzeugkolonne wurde von Unbekannten angegriffen", sagte Polens Verteidigungsminister Aleksander Szczyglo dem Fernsehsender TVN24. Der Vorfall ereignete sich demnach rund 20 Kilometer entfernt von dem Stützpunkt Gardes in der Provinz Paktia, unweit der Grenze zu Pakistan. Nachdem der Soldat bei einer Granatenexplosion verwundet worden sei, sei er im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, teilte das Ministerium in einer Erklärung mit. Polen hat 1200 Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Einige von ihnen hatten sich im Juni beschwert, ihre Fahrzeuge seien nicht ausreichend gegen Angriffe gepanzert.

Eine Nato-Sprecherin sagte lediglich, in Paktia sei ein Isaf-Soldat bei einem Angriff mutmaßlicher Taliban-Kämpfer ums Leben gekommen. Zu der Nationalität machte sie wie üblich keine Angaben. Bei dem Vorfall wurden demnach auch fünf afghanische Soldaten verletzt. Bei einem mutmaßlichen Angriff der Taliban auf einen Militärkonvoi waren am Montag in der südafghanischen Provinz Kandahar sechs Zivilisten getötet worden, als ihr Kleinbus von einer Granate getroffen wurde. Außerdem sei ein afghanischer Angestellter einer US-Sicherheitsfirma bei dem Vorfall ums Leben gekommen, sagte der Polizeichef von Kandahar, Sajed Agha Sakeb. (mit AFP)