Isaf-Truppe : Zwei Italiener in Afghanistan vermisst

Im Westen Afghanistans sind zwei italienische Soldaten verschwunden. Ob sie entführt worden sind, ist bislang noch unklar.

Herat/RomWie das Verteidigungsministerium in Rom mitteilte, besteht "seit einigen Stunden" kein Kontakt mehr zu den Soldaten. Die Familien der beiden Männer sind bereits informiert. Italien beteiligt sich mit rund 2000 Soldaten an der Nato-geführten Afghanistan-Stabilisierungstruppe Isaf. Die Italiener sind in der Hauptstadt Kabul und in dem als vergleichsweise ruhig geltenden Westen Afghanistans stationiert.

Zuvor hatte die Polizei der westlichen Provinz Herat mitgeteilt, sie habe die Suche nach zwei Italienern aufgenommen. Diese hätten gestern in Begleitung zweier Afghanen - eines Fahrers und eines Übersetzers - die Stadt Herat verlassen und seien auf der Hauptstraße des Bezirks Schindand in der Provinz Herat unterwegs gewesen. Seit fast 24 Stunden gebe es keinen Kontakt mehr zu den Männern, sagte der Chef der westafghanischen Kriminalpolizei, Ali Chan Husseinsada. Es wird geprüft, ob sie entführt wurden. Das Innenministerium in Kabul erklärte, es habe "unbestätigte Berichte", wonach zwei Italiener am Samstag in Schindand verschwunden seien.

Afghanische Informationen, wonach es sich bei den Vermissten um zwei Journalisten handeln könnte, bestätigten sich nach Angaben des italienischen Außenministeriums nicht. In Afghanistan wurden bereits drei Italiener entführt. Der Journalist Daniele Mastrogiacomo wurde im März gekidnappt und drei Wochen festgehalten. Der Fotograf Gabriele Torsello wurde im Oktober vergangenen Jahres verschleppt und ebenfalls nach drei Wochen freigelassen. Die Entwicklungshelferin Clementina Cantoni blieb im Mai 2005 in Kabul 24 Tage in der Gewalt von Geiselnehmern. (mit AFP)