Islamabad : Hunderte Opfer nach Sturm auf Rote Moschee?

Nach der blutigen Erstürmung der Roten Moschee sind dutzende Opfer begraben worden. Ein Augenzeuge berichtet jedoch von hunderten Toten auf dem Gelände der Moschee.

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Begräbnis am Rande der Stadt: Trauer um die Opfer der Kämpfe um die Rote Moschee. -Foto: AFP

IslamabadNach der blutigen Erstürmung der Roten Moschee in Islamabad sind Medienberichten zufolge Dutzende Opfer in Gräbern am Rande der pakistanischen Hauptstadt begraben worden. Örtliche Fernsehsender zeigten, wie Arbeiter Gräber aushoben und Lastwagen die Leichen anbrachten, die teils stark verwest sein sollen.

Der Anführer der Koranschüler, Abdul Rashid Ghazi, wurde unterdessen in seinem abgelegenen Heimatort in der Provinz Punjab im Osten Pakistans zusammen mit seiner Mutter beerdigt. 2000 Menschen seien zu der Trauerfeier gekommen, hieß es. Die Regierung hatte eine Beerdigung in Islamabad aus Sorge untersagt, dass sich daraus eine große Protestkundgebung entwickeln könnte.

Augenzeuge: Hunderte Opfer

Ein Augenzeuge der Moscheestürmung hatte berichtet, er habe hunderte von Opfern gesehen. Der pakistanischen Tageszeitung "Dawn" sagte der Mann, das Gelände sei mit Leichen übersät, die in weiße Tücher eingehüllt waren. Er habe die Leichen nicht zählen können, es seien jedoch hunderte gewesen. Journalisten dürfen das Gelände der Roten Moschee weiterhin nicht betreten. Auch Recherchen in den Krankenhäusern waren ihnen bisher unmöglich.

Der Sprecher des pakistanischen Militärs, Generalmajor Waheed Arshad, erklärte, dass bis zum Mittwochabend 73 Leichen aus dem Gebäudekomplex geborgen wurden. Industrieminister Jehangir Khan Tareen sagte im Fernsehsender Aaj, dass auf dem Gelände bis zu 250 Leichen sein könnten.

In der Roten Moschee hatten sich radikale Koranschüler verschanzt, die einen "Gottesstaat"nach Vorbild der Taliban im benachbarten Afghanistan in Pakistan errichten wollten. (mit dpa)