Islamistischer Terrorismus : Terrorverdächtige angeblich in Kontakt mit Frankfurter Hassprediger

Zwei der unlängst im Sauerland festgenommenen Terrorverdächtigen haben offenbar Kontakte zum Frankfurter Hassprediger Said Khobaib Sadat gepflegt. Sadat soll in seinen Predigten indessen weiter zum Heiligen Krieg aufrufen.

Mainz/Frankfurt/MainDer mutmaßliche Kopf der im Sauerland festgenommenen islamistischen Terrorverdächtigen hatte nach einem Bericht des ARD-Magazins "Report Mainz" Kontakte zu dem in Frankfurt aktiven Hassprediger Said Khobaib Sadat. An Silvester 2006 sollen Fritz G. und zwei weitere Männer in der Moschee das Opferfest gefeiert haben, ehe sie die US-Kaserne in Hanau ausspähten, teilte der Südwestrundfunk (SWR) mit. Nach Recherchen des Magazins "Stern" habe auch der aus dem südhessischen Langen stammende Türke Adem Y. in der Moschee verkehrt. Er wurde ebenfalls Anfang September im Sauerland festgenommen.

Unter Berufung auf Zeugen berichtet Report Mainz auch von neuerlichen Hasspredigten des eigentlich vor der Abschiebung stehenden Afghanen Sadat. Er habe meist vor dem Freitagsgebet vom Heiligen Krieg gegen die USA, die Nato, die Ungläubigen oder die Regierung in Afghanistan gesprochen. Wörtlich habe er gesagt: "Bringt die Ungläubigen um, verscheucht die Amerikaner aus Afghanistan, wenn es sein muss mit Gewalt. Wenn sie nicht hören, müssen sie bluten."

Der abgelehnte Asylbewerber Sadat und seine Familie sollen nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Frankfurt abgeschoben werden. Wegen einer gescheiterten strafrechtlichen Verfolgung wegen Volksverhetzung wurde der Sofortvollzug der Ausweisung allerdings aufgehoben. Sadat bleiben weitere Rechtsmittel. Er selbst bezeichnet sich als engen Vertrauten des Kriegsherren Gulbuddin Hekmatyar, er wird seit längerem vom Verfassungsschutz beobachtet. (mit dpa)