Israel : Blair soll Nahost-Sondergesandter werden

Der scheidende britische Premierminister Tony Blair ist für den Posten eines Nahost-Sondergesandten im Gespräch. Er könnte dann von einem Büro in Jerusalem und einem im Westjordanland aus zwischen Israelis und Palästinensern vermitteln.

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Tony BlairFoto: AFP

LondonDer scheidende britische Premierminister Tony Blair wird nach Medienberichten Nahost-Sondergesandter. Der neue Posten für das Nahost-Quartett werde wahrscheinlich an diesem Dienstag verkündet, berichteten die britischen Zeitungen "Guardian" und "Times". Blair, der sein Amt als Regierungschef am Mittwoch in London niederlegt, würde von einem Büro in Jerusalem und einem im Westjordanland arbeiten, schrieb der "Guardian".

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und US-Präsident George W. Bush gelten als Unterstützer Blairs. Der Brite solle mit den palästinensischen Behörden beim Aufbau von Institutionen für einen lebensfähigen Staat zusammenarbeiten.

Dem Quartett gehören die Vereinten Nationen, die EU, Russland und die USA an. Vertreter des Quartets treffen sich am (heute) Dienstagvormittag in Jerusalem erstmals seit der Machtübernahme der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen vor rund zwei Wochen. Bei dem Treffen auf Beamtenebene soll es nach Informationen des Rundfunksenders BBC auch um die Ausgestaltung der neuen Funktion Blairs als Sonderbeauftragter gehen. Ein ähnliches Amt hatte bis April 2006 der frühere Präsident der Weltbank, James Wolfensohn, inne. (mit dpa)