Israel : Olmert empfängt verarmte Holocaust-Überlebende

Israels Premier Ehud Olmert ist mit Vertretern von Holocaust-Überlebenden zusammengekommen, die seit Jahren ihre prekäre Lage anprangern. Viele der unter der Armutsgrenze lebenden Betroffenen waren zuvor auf die Straße gegangen, um ihrem Ärger Luft zu machen.

JerusalemNach drastischen Protesten gegen die geringen Sonderrenten für Holocaust-Überlebende in Israel hat Ministerpräsident Ehud Olmert in Jerusalem eine Delegation der Betroffenen empfangen. Bei einer viel beachteten Demonstration in der Stadt hatten Holocaust-Überlebende zuvor teils mit gelben Sternen und dem Schriftzug "Jude" auf gestreifter Häftlingskleidung gegen die geringen Hilfszahlungen der israelischen Regierung protestiert. Medienberichten zufolge kritisierte Olmert zum Auftakt des Treffens, das Tragen des "Judensterns" bei der Kundgebung habe "die Grenzen des guten Geschmacks überschritten".

Olmerts Regierung hatte Ende Juli angekündigt, von 2008 bis 2011 umgerechnet gut 111 Millionen Euro an bedürftige Überlebende des Holocaust zu zahlen. Die Sonderrenten sollen etwa 120.000 Menschen über 70 Jahre erhalten, die bereits Sozialhilfe beziehen. Konkret soll jeder Bedürftige zunächst umgerechnet gut 14 Euro im Monat erhalten. 2011 sollen es umgerechnet 88 Euro für Paare sein. Olmert reagierte damit auf eine Kampagne von Angehörigen der Holocaust-Überlebenden. Demnach fristen 60.000 Überlebende der Nazi-Herrschaft ihr Dasein unterhalb der Armutsgrenze mit weniger als 300 Euro monatlich. Staatschef Schimon Peres hatte eine "rasche und ehrenhafte Lösung" gefordert. (mit AFP)