Der Tagesspiegel : IT-Tochter von Siemens ist saniert

München - Die schmerzhafte Sanierung des IT-Bereichs von Siemens ist vorüber. Mit neuen Strukturen und einer veränderten Strategie soll das Geschäft jetzt wieder kräftig zulegen. „Ziel ist es, mittelfristig das Konzernwachstum zu unterstützen“, sagte Christoph Kollatz, Chef der neu gegründeten Sparte Siemens IT Solutions and Services (SIS), dem Handelsblatt. SIS soll künftig doppelt so schnell expandieren wie das weltweite Bruttosozialprodukt.

SIS ist erst Anfang 2007 entstanden. Die Sparte umfasst auf der einen Seite den bisherigen IT-Bereich SBS, der jahrelang tiefrote Zahlen schrieb. Daneben hat der Technologiekonzern aber auch einige ausländische IT-Töchter mit vielen Mitarbeitern in Niedriglohnländern eingebracht. Das ist wichtig für SIS, weil dadurch die Kosten sinken. Kern der Wachstumsstrategie von SIS ist aber die enge Verknüpfung mit den übrigen Konzernsparten von Siemens. „Wir kombinieren unser IT-Know-how mit dem Industriegeschäft der anderen Bereiche, die oftmals Weltmarktführer sind. Das kann kein Konkurrent auf der ganzen Welt“, unterstrich SIS-Chef Kollatz.

In der Praxis heißt das, dass Bereiche wie die Medizintechnik oder der Kraftwerksbau SIS mit einbeziehen, wenn sie zu den Kunden gehen. IT-Dienstleister wie IBM oder EDS sind zwar viel größer als SIS. Doch sie sind reine IT-Spezialisten und haben kein Standbein in der Industrie. Die Belegschaft von SIS musste jedoch einen hohen Preis zahlen, um im Konzern bleiben zu dürfen. In den letzten eineinhalb Jahren sind 5500 Jobs verloren gegangen. jojo (HB)