Italien : Fußballverband verständigt sich auf Liga-Pause

Nach den schweren Ausschreitungen in Italien werden am nächsten Wochenende keine Spiele der zweiten und dritten Profiliga ausgetragen.

RomDie guerillaartige Revolte italienischer Fans zwingt den Fußball im Land des Weltmeisters in die Knie und lässt Politik und Justiz nach drakonischen Konsequenzen rufen. Als erstes sagte der Fußballverband (FIGC) die Spiele der zweiten und dritten Profiliga am kommenden Wochenende ab, die Serie A hat wegen des EM-Qualifikationsspiels der Italiener am Samstag in Schottland ohnehin spielfrei. Einen Tag nach dem tödlichen Polizei-Schuss auf einen Lazio-Anhänger und den folgenden massiven Krawallen klagte die Staatsanwaltschaft in Rom am Montag Randalierer erstmals wegen "terroristischen Aktionen" an.

Am kommenden Wochenende muss der Ball ruhen, hatte Sportministerin Giovanna Melandri eine "Denkpause" gefordert und damit heftigen Streit ausgelöst. Ein Stopp der Ligen sei "unangebracht und riskant", hatte FIGC-Präsident Giancarlo Abete entgegnet. Nach einem Krisengipfel mit Melandri, Liga-Chef Antonio Matarrese und NOK-Chef Gianni Petrucci beugte er sich dem zunehmenden Druck der Politik. Melandri hatte "eine richtungsweisende Entscheidung" gefordert. Von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) hatte Abete Rückendeckung bekommen. "Der Tod des jungen Mannes ist eine Tragödie, aber keine Fußball-Tragödie", sagte Uefa-Sprecher William Gaillard. (mit dpa)