Der Tagesspiegel : Jamba freut sich auf das iPhone

Das Apple-Handy soll bei dem Klingeltonanbieter für mehr Umsatz sorgen – und wird schon gesichtet

Corinna Visser

Berlin - Der Berliner Klingeltonanbieter Jamba erwartet von der Einführung des iPhone von Apple auch eine Belebung des eigenen Geschäfts. „Das iPhone wird vor allem dafür sorgen, dass das Thema mobile Unterhaltung noch stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerät“, sagte Jamba-Geschäftsführer Markus Berger-de León im Gespräch mit dem Tagesspiegel. „Apple wird das Gerät mit großem Marketingaufwand auf den Markt bringen, das wird auch mehr Kunden für unsere Dienste bringen.“

Der Computerhersteller Apple will sich mit der Einführung des iPhone – am 29. Juni in den USA und ab Ende des Jahres auch in Europa – ein Stück des hart umkämpften Mobilfunkmarkts erobern. Bis 2008 will Apple das Gerät, eine Kombination aus Telefon und Musikspieler, zehn Millionen mal verkauft haben. Nach dem sensationellen Erfolg des Musikspielers iPod erwartet die Branche das neue Gerät mit großer Spannung. „Wir haben auf unseren Internetseiten bereits die ersten Zugriffe mit dem iPhone beobachtet“, sagte Berger-de León. Der Sprecher von Apple in Deutschland widersprach dem: „Es gibt keine Testgeräte in Deutschland“, sagte er dem Tagesspiegel. Apple betreibt eine große Geheimniskrämerei um das neue Gerät.

Der Jamba-Geschäftsführer erklärte jedoch: „Wir sehen immer zuerst, wenn ein Hersteller ein neues Gerät testet – auch wenn es dieses Gerät offiziell noch gar nicht gibt.“ Die Hersteller hätten nämlich ein Interesse daran, dass ihre neuen Handys auch die mobilen Dienste unterstützen, wie die Berliner sie verkaufen.

Jamba ist nach eigenen Angaben weltweit der größte Anbieter von Klingeltönen, Spielen, Musik und Videos für das Handy. „Wir bauen unser Angebot an mobilen Unterhaltungsangeboten weiter aus“, sagte Berger-de León. „Der Markt entwickelt sich erstaunlich gut – auch dank der Tatsache, dass die Netzbetreiber endlich reagieren und die Preise für die Datenübertragung im Netz jetzt senken.“ Im vergangenen Jahr setzte Jamba rund 300 Millionen Dollar um.

Seit Februar ist Jamba, das im Jahr 2000 in Berlin gegründet wurde, ein Joint Venture der US-Unternehmen News Corporation und Verisign. Unternehmenszahlen für Jamba wurden seitdem nicht mehr veröffentlicht.

Gerade hat Jamba seinen Internetauftritt neu gestaltet. „Wir machen deutlicher, dass wir kein statischer Shop sind, sondern auch eine Community. Für die Nutzer wird es einfacher, miteinander zu kommunizieren“, beschreibt Berger-de León das neue Konzept. „Außerdem zeigen wir, dass wir mehr können als Klingeltöne – Videos zum Beispiel.“

Jamba legt auch in Sachen Arbeitsplätze weiter zu: Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile mehr als 650 Mitarbeiter. „Wir stellen immer noch ein“, sagte Berger-de León. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, bildet Jamba nun auch zum ersten Mal aus. Ab Herbst sollen zehn junge Leute im Unternehmen zu Fachinformatikern, Mediengestaltern sowie Kaufleuten ausgebildet werden. Noch bis Monatsende kann man sich bei dem Mobilfunkdienstleister bewerben. „Wir hoffen, dass sich noch weitere Interessenten melden“, sagte der Geschäftsführer. Corinna Visser