Jamie Foxx : "Michael Moore hat nichts verändert"

Oscar-Preisträger Jamie Foxx will mit der Terroristenjagd in seinem neuen Film "Operation: Kingdom" nur unterhalten: "Es ist nicht dieses schwere, politische, einseitig amerikanische Phrasengedresche."

Nina Jerzy[ddp]
Jamie Foxx
Jamie Foxx will unterhalten, nicht langweilen. -Foto: ddp

BerlinJamie Foxx machte Hollywood 1999 in Oliver Stones' Football-Drama "An jedem verdammten Sonntag" auf sich aufmerksam. Es folgte eine Nebenrolle im Boxdrama "Ali". Dessen Regisseur Michael Mann ermöglichte Foxx den endgültigen Durchbruch als Gegner von Tom Cruise in "Collateral". Die Rolle brachte Foxx 2005 eine Oscar-Nominierung ein, gewonnen hat er die Auszeichnung in jenem Jahr als bester Hauptdarsteller für das Musikerdrama "Ray". Ab Donnerstag (11. Oktober) ist der gebürtige Texaner, der im Dezember seinen 40. Geburtstag feiert, in dem von Michael Mann produzierten Action-Thriller "Operation: Kingdom" zu sehen. Darin reist er als FBI-Agent nach Saudi-Arabien, um den Drahtzieher eines blutigen Terroranschlags aufzuklären.

Mister Foxx, "Operation: Kingdom" hat am Startwochenende in den USA nur rund zwölf Millionen Euro eingespielt. Ist das Publikum in Ihrer Heimat des Themas Terrorismus müde?

Der Film ist keine gute Geschäftsentscheidung, aber eine gute Filmentscheidung. Es ist nicht dieses schwere, politische, einseitig amerikanische Phrasengedresche. Der Film stellt Menschen im Nahen Osten auf anständige Art dar. Wir leben in einer Propagandablase, in der es beim Nahen Osten immer heißt: Ah, hier kommen die Terroristen. Es ist ein großartiger Film, ich hätte gehofft, dass ihn sich mehr Menschen anschauen.

Es scheint eine Entwicklung in den Filmen nach dem 11. September 2001 zu geben: Von dem fast dokumentarischen "Flug 93" über Dramen wie "Syriana" bis zu ihrem Action-Film.

Niemand will dieselbe Sache noch einmal sehen. Wie hieß noch mal Michael Moores Film? Ich will das nicht noch mal sehen, ich habe es kapiert. So ein Film soll ein Mittel zum Wandel sein, und dann verändert sich nichts. Warum schauen wir ihn uns dann an? Bei diesem Film geht es mehr um den Unterhaltungswert.

Jamie Foxx
Jamie Foxx in seinem neuen Film "Operation: Kingdom". -Foto: ddp



Ruft Sie noch jemand mit ihrem bürgerlichen Namen?


Eric Bishop? Ja, meine Schwester. Immer. Sie hat mich nie Jamie genannt, ich glaube, kein einziges Mal.

Sie haben mit "Unpredictable" ein Nummer-eins-Album veröffentlicht. Würden Sie die Schauspielerei für eine Karriere als Musiker aufgeben?

Nein, ich will alles machen. Heute kannst du das, vor zehn Jahren wäre es nicht gegangen. Ich habe nicht so viele gute Filme gemacht. Bei einer Handvoll Filme denke ich, die waren es wert, gemacht zu werden. Deshalb habe ich das Gefühl, auf gewisse Weise erst anzufangen.