Japan : G-8-Gipfel beginnt

Hilfe für Afrika und die Hungerkrise sind die Themen des ersten Tages des G-8-Gipfels in Japan. Die acht Staats- und Regierungsschefs der wichtigsten Industrienationen treffen dabei Kollegen aus afrikanischen Ländern.

G8 beginnt
G-8-Gastgeber Yasuo Fukuda empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel. -Foto: dpa

ToyakoIn Japan hat am Montag der Gipfel der Staats- und Regierungschefs der acht mächtigsten Staaten der Welt begonnen. Im Mittelpunkt des ersten Tages steht das Treffen der G-8-Chefs mit sieben Vertretern afrikanischer Staaten sowie der EU, Weltbank, UNO und Afrikanischen Union (AU). Die Hilfe für Afrika und die Hungerkrise sind zentrale Themen des Gipfels auf der nordjapanischen Insel Hokkaido. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die am Morgen am Gipfelort Toyako angekommen war, traf bereits Gastgeber Yasuo Fukada. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy forderte, zur Milderung der globalen Nahrungsmittelkrise Exportbeschränkungen aufzuheben.

In einem Interview mit der japanischen Zeitung "Yomiuri Shimbun" sagte Sarkozy, er unterstütze den Vorstoß, den bedürftigsten Ländern Zugang zu den Nahrungsmittelüberschüssen der reichen Staaten zu gewähren. Er hoffe, dass der Gipfel der Staats- und Regierungschefs einen entsprechenden Beschluss fassen werde. "Im 21. Jahrhundert müssten wir in der Lage sein, den Planeten zu ernähren", fügte Sarkozy hinzu. Notwendig seien Sofortmaßnahmen, aber auch mittel- und langfristige Lösungen.

Fonds zur Bekämpfung des Hungers

Kurz vor Beginn des G-8-Gipfels hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Staats- und Regierungschefs zu verstärkten Anstrengungen gegen die Nahrungsmittelkrise gedrängt. Merkel schickte ein warnendes Schreiben an ihre G-8-Kollegen, in dem sie vor einem Kollaps von Staaten infolge der Hungerkrise warnte. Die Bundesregierung stellte für dieses Jahr 500 Millionen Euro zur Nahrungsmittelsicherung zur Verfügung.

Merkel wollte am Montag auch eine Reihe bilateraler Gespräche führen, unter anderem den russischen Präsidenten Dimitri Medwedew. Die G-8-Führer beschließen den ersten von drei Gipfeltagen mit einem Abendessen in ihrem strikt abgeriegelten Hotel.

Die EU will einen milliardenschweren Fonds zur Bekämpfung des Hungers auflegen lassen. Eine Milliarde Euro solle der Landwirtschaft und den Bauern in den armen Ländern zugute kommen, sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Rande des G-8-Gipfels.

G-8-Gegenveranstaltung in Mali

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die Vereinigten Staaten auf, die Führungsrolle im Kampf gegen den Kimawandel einzunehmen. "Ich hoffe, die Vereinigten Staaten werden endlich die Führungsrolle übernehmen", sagte er auf dem Weg zum G-8-Gipfel. "Das ist es, was die internationale Gemeinschaft von den Vereinigten Staaten erwartet." Neben der Hilfe für Afrika und der weltweiten Hungerkrise soll auch der Klimawandel ein zentrales Thema des Gipfels auf der nordjapanischen Insel Hokkaido sein.

Im afrikanischen Mali kamen am Sonntag mehrere hundert Menschen zu einer G-8-Gegenveranstaltung zusammen. "Die Regierung der G-8-Staaten, sehr industralisierte Länder, sind am stärksten für den Klimawandel und die internationale Lebensmittelkrise verantwortlich", sagte Organisatorin Barry Arminata Toure bei der Eröffnung in der Stadt Katibougou. Dafür müsse es "verlässliche und dauerhafte" Lösungen geben. Der "Gipfel der Armen" will sich besonders mit der Situation der Frauen und der jungen Menschen auf dem afrikanischen Kontinent befassen. (ck/AFP)