Der Tagesspiegel : Jetzt rasen die Fans

Wo sonst Rennwagen starten, spielt am Freitag Herbert Grönemeyer: Er gibt auf dem Lausitzring sein einziges Open-Air-Konzert in Ostdeutschland

Claus-Dieter Steyer

Klettwitz – Eine riesige Bühne auf dem Lausitzring kündigt das spektakuläre Ereignis der Saison an. Sie ist 50 Meter breit, 18 Meter lang und 20 Meter hoch und dennoch zu klein für den Star. Zusätzlich entstehen ein 30 Meter langer Laufsteg direkt in den Zuschauerbereich und zwei riesige Videoleinwände. Damit dürfte dann jeder der erwarteten 50000 Fans sein Idol tatsächlich sehen können: Herbert Grönemeyer. Am Freitag gibt er ab 20 Uhr im Rahmen seiner diesjährigen Tournee das einzige Open-Air-Konzert in Ostdeutschland.

Insgesamt tritt Grönemeyer in diesen Wochen in sieben Konzerten auf, bevor er sich für eine längere Zeit aus dem Tourneegeschäft zurückzieht. Es sind Zugaben seines Programms „Das Beste von gestern bis Mensch“, das Ende 2002 und im Frühsommer 2003 mehr als 1,5 Millionen Besucher in Hallen und Stadien lockte. Auf dem Lausitzring – offiziell heißt die im August 2000 eröffnete Rennstrecke „Eurospeedway Lausitz“ – will Grönemeyer bei seinem zweieinhalbstündigen Auftritt rund 25 Stücke singen.

Der Einlass an den fünf Eingängen unweit der Parkplätze beginnt um 16 Uhr. Als Vorgruppe treten ab 18.30 Uhr die „Sportfreunde Stiller“ auf. Das Konzert endet gegen 23 Uhr. Tickets werden bis zum heutigen Donnerstag um 17 Uhr im Welcome-Center in der Haupttribüne der Rennstrecke verkauft. Am Freitag sind die Tageskassen geöffnet. Ein Stehplatz kostet 35,55 Euro, ein Sitzplatz 41,55 Euro. Es ist verboten, Glas- und Plastikflaschen sowie Dosen mitzunehmen. Erlaubt sind lediglich Tetrapacks mit bis zu einem Liter Inhalt.

Der Auftritt von Grönemeyer ist erst das zweite große Konzert auf dem Lausitzring. Im Juni 2001 verfolgten fast 70000 Zuschauer das Gastspiel der australischen Rockgruppe AC/DC. Damals war es bei der Anreise zu Wartezeiten von fast drei Stunden gekommen. Seitdem wurde die Ausfahrt Klettwitz auf der Autobahn A 13 Berlin-Dresden zwar umgebaut, aber ganz ohne Stau werden die Fans wohl auch diesmal nicht auskommen. Man sollte also früh in Berlin starten, die Fahrt von Berlin bis in die Lausitz dauert rund 90 Minuten. Der Zug ist nur bedingt eine Alternative. Zwar befindet sich der Bahnhof Senftenberg nur acht Kilometer von der Rennstrecke entfernt, aber es verkehren am Freitag keine Shuttle-Busse.

Die Bühne steht in einer legendären Kurve des Zwei-Meilen-Superspeedways. Im „Goodyear Turn“ verunglückte im September 2001 der italienische Rennfahrer Alessandro „Alex“ Zanardi beim ersten Gastspiel der amerikanischen Rennserie „Champ Car“. Bei der Boxenausfahrt hatte er in jener Kurve die Gewalt über sein Auto verloren und war mit einem anderen Fahrer zusammengeprallt. Bei dem Unfall verlor Zanardi beide Beine. Dennoch stieg er im Vorjahr wieder in einen schnellen Flitzer und feierte auf dem Lausitzring ein umjubeltes Comeback.

Infos unter Tel. 01805/880 288 und www.eurospeedway.de

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