Der Tagesspiegel : Johanna Wanka im Gespräch: "Man muss überproportional investieren"

Frau Wanka[mit welchen Erwartungen kommt die neue]

Die parteilose 49-jährige Rektorin der Bildungseinrichtung soll in Potsdam Nachfolgerin des zurückgetretenen Kulturministers Wolfgang Hackel (CDU) werden.

Frau Wanka, mit welchen Erwartungen kommt die neue Kulturministerin in die Mark?

Ich freue mich riesig auf die Aufgabe, die Kultur- und Wissenschaftslandschaft Brandenburgs gestalten zu können.

Gibt es angesichts der immer knapperen Kassen überhaupt noch Gestaltungsspielräume?

Ich bin Realist. Dass die Finanzlage Brandenburgs angespannt ist, weiß ich aus dem Landeshochschulrat: Natürlich muss man versuchen, mehr Geld zu aquirieren, aber Gestaltungsspielräume sind nicht nur eine Frage der Finanzen, sondern auch der Strukturen. Man kann sehr viel bewegen, ohne dass es sofort finanzwirksam ist.

Brandenburg ist Schlusslicht der deutschen Länder bei den Wissenschaftsausgaben. Werden Sie bei den Verhandlungen für den Nachtragshaushalt versuchen, eine Aufstockung des Etats zu erreichen?

Die Brandenburger Hochschulausgaben im Ländervergleich sind eine Realität. Das muss sicherlich prinzipiell diskutiert werden. Die Verhandlungen zum Nachtragshaushalt werden deshalb schwierig. Doch will ich versuchen, die Weichenstellungen etwas zu verändern. Aber ich wiederhole noch einmal: Ich bin kein Typ der Maximalforderungen. Nötig sind kluge Ideen, um das wenige Geld effektiv einzusetzen.

Hat sich Brandenburg in den Aufbaujahren womöglich übernommen, ein so dichtes Hochschulnetz aufzubauen?

Natürlich ist die Situation nicht unproblematisch. Aber es ist die Chance für ein Land, das sonst kaum Ressourcen hat. Wenn man vorn mitmischen will, muss man in den Zukunftsbereichen Wissenschaft und Bildung überproportional investieren. Die Ansätze sind also günstig. Natürlich gibt es auch Reformbedarf. Aber über mögliche neue Akzente in der Hochschulpolitik möchte ich erst reden, wenn ich im Amt bin.

Werden Sie in die CDU eintreten?

Ja, aber den Zeitpunkt bestimme ich selbst. Den Eindruck, dass ich Mitglied wegen des Ministeramtes werde, möchte ich vermeiden. Die CDU weiß, dass ich mich seit 1998 eindeutig für die CDU engagiert habe.

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