John Cooper Works : Im Namen eines alten Meisters

Der schnellste Mini wird nun nicht mehr wie bisher als Tuning-Kit angeboten, mit dem ein Cooper S erst beim Mini-Händler aufgemotzt wird, sondern als fertiges Auto – ein Über-Mini mit 211 PS.

Wolfgang Gomoll
Cooper
Heiße Kiste. Wer den John Cooper Works mit Klima will, zahlt Aufpreis. -Foto: Promo

Eine emotionale Auto-Schmiede mit englischen Wurzeln im eigenen Markenportfolio – das ist wohl der Wunschtraum jedes Marketingspezialisten. So gesehen, dürfte es in München bei BMW einige Freudenjauchzer der Gel-in-den-Haaren-Fraktion gegeben haben. Denn die Münchner haben die Mini-Tuning-Schmiede „John Cooper Works“ gekauft. Ja, genau – das ist der Cooper, der schon in den Sechzigern dem alten Mini Beine gemacht hatte. Das Resultat dieser Transaktion ist deshalb nicht nur die Endorphin-Ausschüttung der Wella-Kundschaft. Sondern auch der Mini Cooper S – in der John-Cooper-Works-Version. Der schnellste Mini wird nun nicht mehr wie bisher als Tuning-Kit angeboten, mit dem ein Cooper S erst beim Mini-Händler aufgemotzt wird, sondern als fertiges Auto – ein Über-Mini mit 211 PS.

Der Motor ist zwar vom Aufbau her identisch mit dem Twin-Scroll-Turbo im Cooper S, wurde aber grundlegend überarbeitet. Das Resultat kann sich sehen lassen. Das Kraftwerk des John Cooper Works schiebt an, dass es eine wahre Freude ist. Das maximale Drehmoment von 260 Newtonmetern ab 1850 Umdrehungen lässt sich per Overboost kurzzeitig auf 280 Nm steigern, 20 mehr als beim Cooper S. Die Fahrleistungen sind dementsprechend: In 6,5 Sekunden sprintet der potente Mini von null auf 100 und erst bei 238 km/h setzt der Vortrieb aus. Und wer den fummeligen, etwas versteckten Sport-Knopf drückt, darf sich über eine direktere Lenkung und eine spontanere Gasannahme freuen.

Dass der Fronttriebler so viel Kraft auch auf den Boden bekommt, ist dem straffen Fahrwerk und dem gut abgestimmten ESP inklusive elektronischem Sperrdifferenzial zu verdanken. Denn das simuliert mit Bremseingriffen die Funktion einer mechanischen Sperre, ohne die Motorleistung zu reduzieren. Bei schnellen Kurvenfahrten, die mit der präzisen Lenkung genau gesteuert werden können, zeigt sich die gute Abstimmungsarbeit der BMW-Ingenieure: Der Bremseingriff ist nur im extremen Grenzbereich spürbar. Aber in diesen Situationen wäre eine mechanische Sperre schöner.

Allerdings: Für den stattlichen Einstiegspreis von 27700 Euro für den John Cooper Works (Clubman 29500 Euro) bekommt man ein ziemlich nacktes Auto ohne Klimaanlage. Wer etwas Komfort haben will, muss zumindest zum Ausstattungspaket „Chili“ greifen. Zusammen mit ein paar kleinen Extras sind dann locker 31000 Euro fällig. Das ist ganz schön viel Geld.

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