Jordanien : Riesenmuschel entdeckt

Im Roten Meer ist eine bislang unbekannte Riesenmuschel von Bremer Forschern gefunden worden. Die wunderten sich allerdings, dass bislang niemand auf den 40 Zentimeter langen Meeresbewohner aufmerksam wurde. Die Muschelart ist bereits vom Aussterben bedroht.

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Die Riesenmuschel wird bis zu 40 Zentimeter lang. -Foto: dpa

BremerhavenEine bislang unbekannte Riesenmuschel haben Bremer Forscher im Roten Meer entdeckt. Die Tridacna costata wird bis zu 40 Zentimeter lang und lebt in Korallenriffen. Das teilte das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) am Montag in Bremerhaven mit. Nach Angaben der Wissenschaftler gehörten vor 125.000 Jahren mehr als 80 Prozent aller Riesenmuscheln in dem Gebiet dieser Art an. Durch Überfischung sei ihr Bestand auf weniger als ein Prozent zurückgegangen. Die Tridacna costata sei - frisch entdeckt - bereits vom Aussterben bedroht.

Die Forscher hatten bei Arbeiten vor der jordanischen Küste eigentlich nach Zuchtmöglichkeiten für eine verwandte Muschelart gesucht. Dabei stießen sie auf die Tridacna costata, die andere Merkmale als bisher bekannte Muscheln aufweist. "Es hat uns gewundert, dass bisher niemand über diese sichtbaren Besonderheiten wie den stark gezackten Schalenrand gestolpert ist", sagte AWI- Biologe Claudio Richter. Weitere Untersuchungen ergaben, dass es sich um eine eigenständige Art handelt. Die Entdeckung gilt als die erste Neubeschreibung einer Riesenmuschel seit 20 Jahren.

Fossile Funde belegen nach Ansicht der Forscher die frühe Überfischung im Roten Meer. "Die Tricanda costata lebt festsitzend in flachem Wasser und war somit eine leichte Beute für unsere sich aus Afrika Richtung Mittelmeerraum ausbreitenden Vorfahren", erklärte Richter. Riesenmuscheln gelten als Delikatessen, die Schalen sind ein beliebtes Sammelobjekt. (nal/dpa)