Der Tagesspiegel : Jubiläum: Der Vorort Schöneiche feiert

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Die an den östlichen Berliner Stadtrand grenzende Gemeinde Schöneiche feiert an diesem Wochenende ihr 625-jähriges Gründungsjubiläum. Das am heutigen Nachmittag beginnende Programm bietet viel Unterhaltung, Markttreiben, Konzerte, Theaterstücke, Kunstauktionen und ein Feuerwerk. Am Sonnabend startet um 11 Uhr das 11. Oldtimertreffen mit mehr als 100 Teilnehmern. Schon eine Stunde früher wird auf dem Bauernmarkt ein rund 270 Jahre alter Backofen angeheizt, in dem stündlich etwa 80 traditionelle Sauerteigbrote backen. Um 14 und 16 Uhr beginnt das Theaterstück der örtlichen Schule über die Geschichte des Ortes. Höhepunkte am Sonntag sind um 10 Uhr ein Festgottesdienst unter freiem Himmel sowie der große Festumzug ab 11 Uhr.

Wie aus der örtlichen Chronik hervorgeht, leitet sich der Name Schöneiche vom Begriff "Schone ike" ab, der Eichenschonung bedeutet. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Dorf zur Vorortvillensiedlung von Berlin. Doch erst mit der Eröffnung der Straßenbahn vom Friedrichshagener Bahnhof zum Schöneicher Schloss am 28. August 1910 hatten die Bewohner eine direkte Bahnverbindung nach Berlin. Damals nannte der Volksmund die Benzolbahn noch liebevoll "Benzoline". 1914 wurde sie elektrifiziert und bis Rüdersdorf verlängert. Sie beschleunigte wesentlich den Einwohnerzuwachs, steht aber jetzt vor einer ungewissen Zukunft. Die im Vergleich zu Bussen höheren Betriebskosten stellen Schöneiche, Rüdersdorf und den Landkreis vor finanzielle Probleme.

Deshalb sollen verstärkt Berliner Ausflügler als Fahrgäste gewonnen werden. Mit dem restaurierten kleinen Spreewaldpark, in dem sonntags echte Kähne verkehren, bietet Schöneiche ein neues Ziel.

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