Der Tagesspiegel : Jüdische Gemeinden: Neugründungen in Königs Wusterhausen und Oranienburg

apa

Die Zahl der jüdischen Gemeinden in Deutschland ist abermals gewachsen: Zwei Neugründungen aus Königs Wusterhausen und Oranienburg sind am Sonntag in die Jüdische Landesgemeinde Brandenburg, dem landesweiten Dachverband, aufgenommen worden. Damit gibt es jetzt insgesamt sieben Jüdische Gemeinden im Land Brandenburg.

Die neuen Gemeinden, die jeweils nur wenige Dutzend Mitglieder stark sind, hatten sich bereits im Frühjahr gegründet, haben aber bislang noch keinen juristischen Status. Beide arbeiten jedoch derzeit Statuten aus, um sich als Vereine registrieren zu lassen.

Wie die anderen Gemeinden des Landes, bestehen auch sie ausschließlich aus Zuwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion, die in diesem Fall zumeist jedoch erst in jüngster Zeit nach Deutschland gekommen sind. In Brandenburg werden jüdische Zuwanderer mittlerweile über das Land verteilt, um diejenigen Kommunen, in denen bereits Gemeinden vorhanden sind, finanziell nicht zu überlasten.

Die Geschäftsführerin der Landesgemeinde, Irina Knochenhauer, begrüßte die Neugründungen: "Das ist ein freudiger Anlass. Das jüdische Leben in Brandenburg wird dadurch gestärkt." Sie gestand indessen zu, dass es idealerweise sinnvoller sei, die Zuwanderer unter dem Dach mitgliederstärkerer Gemeinden zu integrieren, in denen bereits eigene Strukturen aufgebaut wurden. Bei der derzeitigen Verteilungspolitik des Landes und aufgrund der weiten Entfernungen im Flächenland Brandenburg, sagte Knochenhauer, müsse man im Einzelfall abwägen, ob sich die Leute nicht besser vor Ort organisierten.

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