Der Tagesspiegel : Jugendprotest in Zossen erfolgreich

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Im Streit um die Führung des Zossener Jugendzentrums „Efeuhaus“ haben sich die Mitglieder des Trägervereins Leoe.V. und des städtischen Jugendparlaments gegen ihre Bürgermeisterin Michaela Schreiber vorerst durchgesetzt. Auf Druck der SPDFraktion im Stadtrat verzichtete die Rathauschefin am Dienstagabend auf ihren Antrag, dem Leo-Verein das Haus zu kündigen und den Club in kommunale Regie zu überführen.

Schreibers Ansinnen war auf breiten Protest gestoßen, weil es nach Auffassung der jugendlichen Clubbesucher nur dem Zweck diente, dem Vereinsgründer Reiner Reinicke aus politischen Gründen die Leitung des Jugendtreffs zu entziehen. Schreiber hatte ihm vorgeworfen, er habe Jugendliche zur Mitarbeit bei den Globalsierungskritikern von Attac aufgefordert. Weil die parteilose Bürgermeisterin und die örtliche Koalition von CDU und SPD zudem auch das vor drei Jahren eigens geschaffene Jugendparlament übergingen, protestierten mehr als 1300Zossener mit ihrer Unterschrift gegen das Vorhaben. Daraufhin hatte der Stadtrat Mitte Oktober die Entscheidung zunächst um zwei Wochen vertagt.

Alle Bemühungen um einen Kompromiss scheiterten jedoch am Widerstand der Bürgermeisterin und der Unionsfraktion. Mangels Mehrheit im Stadtrat wird sich an der Jugendarbeit in Zossen nun gar nichts ändern. Dafür bat aber der SPD-Landtags- und Stadtratsabgeordnete Christoph Schulze die Vertreter des Jugendparlaments um Entschuldigung. „Wir haben uns geirrt und einigen Leuten Unrecht getan“, sagte Schulze.hsc

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