Junghans : "Nach 17 Jahren muss Ruhe einkehren"

Streit ums Bombodrom: Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) hat seinen Parteifreund, Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung, zu einem Verzicht auf das so genannte Bombodrom bei Wittstock aufgefordert.

Peter Tiede

PotsdamJung solle das jüngste Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Berlin-Brandenburg akzeptieren, sagte Junghanns am Freitag dem Tagesspiegel. Er habe Jung in einem Schreiben gebeten, keine Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen. Er hoffe, dass die Bundesregierung noch vor der Bundestagswahl im September auf die militärische Nutzung des Bombodroms verzichtet.

Das OVG hatte Ende März entschieden, dass die Bundeswehr den früheren sowjetischen Truppenübungsplatz in Nordbrandenburg nicht nutzen darf. Das Verteidigungsministerium will nach Vorlage des schriftlichen Urteils eine Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht prüfen. Die Luftwaffe will seit 1992 den 12 000 Hektar großen Luft-Boden-Schießplatz an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern für 1700 Tiefflugeinsätze pro Jahr nutzen. Junghanns hatte sich im Jahr 2004 als erster ranghoher CDU-Politiker für die zivile Nutzung des Bombodroms ausgesprochen.

Als für den Tourismus verantwortlicher Landesminister wende er sich mit der „eindringlichen Bitte“ an Jung, den Weg für eine zivile Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide frei zu machen, so Junghanns: „Meiner Ansicht nach haben die Menschen nach 17 Jahren ein Anrecht auf klare Verhältnisse.“ Im Nordwesten Brandenburgs und im Süden Mecklenburg-Vorpommerns „schlummert erhebliches touristisches Potenzial. Das gilt es zu heben.“ 

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