Kämpfe im Gazastreifen : Hamas belagert Geheimdienst der Polizei

Hamas-Kämpfer haben eine Station der Geheimpolizei am nordwestlichen Stadtrand von Gaza angegriffen. Die esaklierende Gewalt zwischen den rivalisierenden Palästinensergruppen forderte am Mittwoch neun Tote.

GazaBei den andauernden Kämpfen rivalisierender Palästinensergruppen im Gazastreifen sind am Mittwoch mindestens neun Menschen getötet worden. Allein sechs Tote habe es gegeben, als Kämpfer der radikal-islamischen Hamas in Gaza ein Gebäude stürmten, in dem der Fatah-Sprecher Maher Magdad lebt, wurde aus einem Krankenhaus mitgeteilt. Magdad war nicht in dem Gebäude. Bei weiteren Schießereien in Gaza gab es drei Tote.

Bei dem Angriff auf die Polizeistation wurde ein Mensch getötet. Hamas-Kämpfer versuchten, das Gebäude zu stürmen. Die Miliz der Organisation hat bereits eine ganze Reihe von Posten unter Kontrolle der gegnerischen Fatah eingenommen. Die Hauptquartiere der Polizeikräfte in der Stadt Gaza werden aber weiter geschützt.

Die Gefechte gefährden inzwischen die Koalitionsregierung zwischen Hamas und der von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas geführten Fatah. Die Fatah drohte mit ihrem Rückzug aus der Regierung der nationalen Einheit, sollten die Kämpfe weiter andauern.

Olmert fordert internationale Truppe

Am Vorabend hatten Hamas-Kämpfer ein Hauptquartier der von der Fatah kontrollierten Sicherheitskräfte eingenommen. Hamas-Milizen hätten das Areal nahe dem Flüchtlingslager Dschabalia im Norden des Gazastreifens völlig unter Kontrolle, teilten Hamas und Sicherheitskräfte mit.

Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert forderte am Vorabend, an der Grenze des Gazastreifens zu Ägypten eine internationale Truppe zu stationieren. Unter der Grenze verlaufen zahlreiche Tunnel, über die militante Palästinenserorganisationen Waffen in den Gazastreifen schmuggeln. "Wenn der Gazastreifen an die Hamas fällt, ist dies für die ganze Region von großer Bedeutung", sagte er. Bisher überwacht die EU den Grenzübergang Rafah. (mit dpa/AFP)